In die Nacht der Lichter

Moin meine Lieben,

jeder weiß es, jeder spürt es, unser Leben verlangt uns oft so viel ab. Es gibt etliche Verpflichtungen und auch die Freizeit ist voll und ganz verplant. Irgendwie läuft die Zeit einfach immer schneller, eigentlich geht das gar nicht, aber ich empfinde es doch so.

Einfach einmal alles los lassen, ruhig werden und die Gedanken ziehen lassen, daraus schöpfe ich Kraft. Die Frage ist, wie schaffe ich das am besten? Viele meiner Freunde und ehemaligen spirituellen Lehrer ziehen sich regelmäßig zurück in ein Kloster oder in ein Schweigeretreat.

Für mich persönlich ist das nichts, weil ich mich da für eine lange Zeit komplett aus unserer Welt zurückziehe. Und wenn man dann wieder zu Hause ist, hat sich nichts geändert. Da ist es schon besser, ich sorge regelmäßig für mich.

Habt ihr schon einmal etwas von einem Taizé Gebet gehört? So etwas gibt es tatsächlich in unserem kleinen Insel Dom auf Nordstrand. Es ist ein meditativer Gottesdienst, bei Kerzenschein, in dem fast nur meditativ gesungen wird.

Die Texte sind kurz und schön einfach, dass jeder sofort mitmachen kann und sie werden immer wiederholt. Man muss nicht nachdenken dabei, man kann sich einfach auf die ruhigen Klänge einlassen. Wir sind bei uns mit wundervollen musikalischen Künstlern beschenkt. Gestern Abend z.b. spielte unser Helmut, das ist unser Kirchenmusiker, wieder so wundervoll auf seinem elektrischen Klavier, begleitet wurde er von einer wunderschönen Frau, die wie ein Engel auf ihrem Cello spielte. Gesungen hat sie wie Kate Bush und ich war so gerührt, das kann ich gar nicht in Worte fassen.

Für mich ist diese Art des Stillwerdens, der Meditation, genau das richtige und eine absolute Bereicherung für mein Leben.

Wenn man auf YouTube schaut, unter Taizé-Gebet, kann man sehen, dass das eine Art des Gottesdienstes ist, das speziell die Jugend begeistert. Bei uns auf Nordstrand sind nicht so viele junge Leute, aber sie sind im Herzen jung und das ist das allerwichtigste! Das Taizé Gebet stammt ursprünglich aus Frankreich. Dort finden auch heute regelmäßige große Treffen statt, wie auf einem Festival. Speziell junge Leute fühlen sich dort besonders wohl.

Ich freue mich jetzt schon auf die nächste Nacht der Lichter, auf die besondere Atmosphäre in unserer Kirche, auf die Menschen, die dort sein werden und auf die Liebe, die uns dann alle für diese Stunden miteinander verbindet.

Die Adventszeit, eine meiner Lieblingszeiten

Hallo ihr Lieben, heute erzähle ich euch etwas über eine für mich ganz besondere Zeit, die Adventszeit.

Obwohl es bei mir zu Hause als Kind oft schwierig war, kehrte zur Adventszeit ein göttlicher Frieden in unser Heim ein. Das heißt nicht, dass sich die täglichen Abläufe gänzlich änderten, im Grunde genommen war alles wie immer. Es gab sogar mehr Aktivitäten, wie z.B. Plätzchen backen, Lebkuchenteig ansetzen und kleine Geschenke für die Tanten und Großeltern basteln. Das Highlight des Tages war der tägliche Nachmittagskaffee bei Kerzenschein und natürlich selbstgebackenen Keksen. Das war eine richtige Zeremonie. Alles wurde liebevoll auf den Tisch gestellt, und natürlich war auf dem Tisch eine handbestickte Weihnachtsdecke. Die Kekse meiner Mutter schmeckten ganz besonders lecker und ich glaube nicht dass das Einbildung ist, ich habe nie wieder so leckere Kekse gegessen.

Wir haben diese Zeit so genossen, manchmal bekamen wir auch Besuch, aber auch dann war immer diese Ruhe und Besinnlichkeit da. Das Tollste ist, das wir uns dazu nicht anstrengen mussten, es geschah einfach. Im Nachhinein kann ich sagen, dass es eine sehr einfache Zeit war, was die Ablenkungen betraf. Es gab bei uns recht wenig Veranstaltungen und es gab in dieser Zeit nur drei Fernsehprogramme und natürlich auch keine digitalen Medien. Es war also recht einfach, sich wirklich auf eine Sache, wie auf diesen schönen Adventskaffee einzulassen.

Ich bin so dankbar für die Erinnerung, die noch so lebendig ist von dieser Zeit. Das ist mein großes Kapital, dass ich jetzt nutzen kann, um mich nicht anstecken zu lassen von der allgemeinen Geschäftigkeit um mich herum, denn das ist nicht die Adventszeit, die ich mir selbst gestalten möchte.

Ich liebe es, in der Adventszeit auf das vergangene Jahr zurückzublicken, alles Revue passieren zu lassen und daraus neue Erkenntnisse zu gewinnen. Es ist kein Grübeln oder Bewerten es ist einfach nur ein Rückblick.

Speziell in diesem Jahr gibt es so viele Dinge , auf die ich stolz bin, auf den Weg, den ich gegangen bin und den ich immer weiter gehe. Vom Rückblick schweife ich ab in Träume und Visionen, wie ich in Zukunft leben möchte und was ich machen möchte.

Ja, die Adventszeit ist meine Zeit!

Natürlich gehe ich auch gern einmal auf einen Weihnachtsmarkt und bestaune die bunten Lichter in der dunklen Jahreszeit. Es ist einfach wundervoll, den Geruch von Zimt und Nelken im Glühwein zu genießen und mich inspirieren zu lassen.

Die schöne Tradition des gemütlichen Adventskaffeetrinken bei Kerzenschein am Nachmittag setzen wir fort. Meistens gibt es auch etwas Selbstgebackenes und das genießen wir sehr. Hier in unserer jetzigen Heimat auf Nordstrand können wir sogar dabei weit hinaus in die Natur schauen. Das ist das Besondere, was wir hier genießen können.

Ich hoffe, ihr habt es auch alle schön und könnt euch genauso an der wundervollen Adventszeit erfreuen. Ich habe euch alle lieb! Bis bald!

Leben mit Sinn

Heike am Dreisprung

„Liebe Heike, du siehst meistens so entspannt und glücklich aus, das ist das erste, was mir an dir aufgefallen ist. Wie machst du das? Geht es dir immer gut? Und hast du nie Sorgen?!“

Diese Frage haben mir in letzter Zeit einige von euch lieben Menschen gestellt. Nie hätte ich gedacht, dass jemand sich für mein Leben interessiert. Das hat mich so berührt!

Mir ist gar nicht klar, wie ich auf andere Menschen wirke und ich staune total darüber. Vor allem hat mich diese Frage zum Nachdenken angeregt und ich habe mir sehr viele Gedanken darüber gemacht, was ich eigentlich brauche, um zufrieden zu sein und auch um pures Glück zu empfinden.

Jeder Mensch möchte inneren Frieden fühlen und glücklich leben. Darum geht es doch! Aber wie soll man das machen? Die Frage ist nicht in einigen Sätzen zu beantworten und natürlich hat jeder einen ganz anderen Weg dafür. Es sind auf jeden Fall ganz viele kleine Dinge, die zu meinem ganz persönlichen Glück und Frieden führen. Ich muss ein gutes Gefühl dabei haben, eben einen Sinn sehen. Darum soll es hier gehen.

Diese Blogbeiträge werden sehr persönlich und so bunt und vielfältig sein, wie mein Leben. Ich glaube ganz fest daran, dass es wichtig ist, das Leben ganzheitlich zu betrachten.

Auf keinen Fall bin ich ein besonderer Mensch, der mit einem Koffer voller Glück auf die Welt gekommen ist. Ich habe meine Zufriedenheit erst gefunden und das war ein langer Weg, der auch jetzt immer noch weiter geht und sich stetig verändert und erneuert, eben mein Weg des Lebens.

Friede sei mit Euch!

Kerzen

Welch kraftvolle Worte!

Wenn ich diese Worte höre, fühle ich mich so getragen und beschützt!
Frieden und Freiheit ist neben meiner Gesundheit für mich das Wichtigste und ich denke, dass viele von euch mir zustimmen.


Schaue ich in unsere wunderbare Welt hinaus, wird mir Angst und Bange. Oft fühle ich mich dann besonders hilflos, denn ich habe nicht wirklich eine Idee, was ich kleiner Mensch alleine für unser aller Frieden tun kann.

Berliner Mauer
Berliner Mauer und der Todesstreifen

Vor einiger Zeit hat Pfarrer Jens Schmidt von unserer altkatholische Kirche auf Nordstrand einen besonderen Friedensgottesdienst ausgerichtet, zum Gedenken an die schreckliche Zeit des Mauerbaues in Berlin am 13.August 1961.
Für Hans und mich war sofort klar, dass wir bei diesem Gottesdienst unbedingt dabei sein möchten.


Vielleicht hört sich das für den einen oder anderen etwas komisch an. Was hat der Mauerbau mit unserer heutigen Zeit zu tun und was bringt es überhaupt sich mit anderen Menschen zu diesem ganz speziellen Friedensgottesdienst zu treffen?

Mahnende Kreuze


Ich bin der Meinung, dass das Thema Mauerbau top-aktuell in unserer Zeit ist.
Wir bauen doch alle ständig Mauern, angefangen mit energetischen Mauern um uns herum, wir verschließen unsere Herzen und lassen keinen mehr an uns heran, um nicht verletzt zu werden. Wir sind Einzelkämpfer geworden und nicht mehr beziehungsfähig. und das bezieht sich nicht nur auf unsere direkte Partnerschaft sondern zeigt sich doch auf allen Ebenen.
Auch im Mauerbau aus Beton und Stahl sind wir Menschen sehr gut. Wir schließen unsere Grenzen und wollen uns abgrenzen.
Ist dass das was wir wollen?
Macht uns das glücklich?
Oder sind wir überhaupt in der Lage als Einzelkämpfer zu überleben?
1981 hat Udo Lindenberg dieses wundervolle Antikriegslied gesungen:

Wozu sind Kriege da.

(Der Link führt zu dem offiziellen Video auf You Tube, ihr verlasst also unsere Website)

Ich persönlich glaube ja, das das nicht möglich ist. Dafür gibt es viele Gründe, aber das wird vielleicht einmal ein anderes Thema.

Ich bin sehr froh, dass ich bei diesem ganz speziellen Friedensgottesdienst, der auch sehr meditativ war, dabei sein durfte, denn in dieser Zeit fühlte ich mich absolut verbunden mit allen Menschen, die mit der gleichen Absicht in diese schöne Kirche gekommen sind. Frieden zu fühlen, ist etwas ganz anderes, als nur darüber zu reden.

Es hat mich doch sehr gewundert, dass so wenig Menschen bei diesem Gottesdienst dabei waren, wo ist doch so ein wichtiges Thema ist.

Ich habe schon immer an den Frieden geglaubt

Ich wünsche mir viel mehr Friedensgottesdienste oder Friedensmärsche. Für unseren Frieden etwas zu tun, hat eine ganz andere Qualität als gegen den Krieg zu demonstrieren. Man muss sich nur einmal in die verschiedenen Situationen hinein fühlen.

Die Predigt von Jens Schmidt hat mir sehr gut gefallen und auch die stillen Momente dazwischen, wo jeder Gelegenheit hatte, sich in bestimmte Aussagen und Bilder hinein zu fühlen.

Auch das Stück Berliner Mauer, das Pfarrer Jens Schmidt mitgebracht hatte, einmal zu berühren und sich hinein zu fühlen, war wirklich etwas Besonderes.

Natürlich haben wir auch wundervolle Friedenslieder gesungen und jeder hatte die Gelegenheit eine Friedenskerze anzuzünden. Alles in einem, waren es wieder besondere Rituale, die mein Herz sehr berührt haben.

Ich wünsche mir, das es keinen Grund mehr geben möge, Friedenslieder zu singen.
Leider ist das Thema Frieden und Mauerbau gerade jetzt wieder sehr aktuell.

Lasst uns in den Frieden ziehen!

Wenn ihr den Link anklickt verlasst ihr unsere Website und gelangt zum offiziellen Video von Udo Lindenberg auf YouTube

Was ist für mich eigentlich so toll daran, in den Gottesdienst zu gehen?

Aus meiner ganz persönlichen Sicht. Aus der Sicht einer Christin, aber noch heimatlosen, jedenfalls was die Religionszugehörigkeit betrifft.

In meiner Kirche, ihr merkt schon ich spreche über meine Kirche, der altkatholischen Kirche auf Nordstrand, obwohl sie es offiziell noch gar nicht ist, haben die Gottesdienste stets ein ganz spezielles Thema, was natürlich ihren Ursprung in der Bibel hat. Gottesdienste haben zwar immer ein Thema aber bisher konnte ich es nie deutlich erkennen. Das ist hier deutlich anders!

Jetzt kann man vielleicht denken, was haben die alten Geschichten in der Bibel mit unserer modernen Welt zu tun? Ich würde sagen, sehr viel, wenn man genau hinhört.

Das letzte Thema war Bescheidenheit, Gott belohnt die Bescheidenen!

Irgendwie stehe ich persönlich mit dem Wort Bescheidenheit auf Kriegsfuß, da meine Mutter schon immer zu mir gesagt hat, Kind sei immer schön bescheiden, das war sie schließlich auch und ihr sei es immer das wichtigste, das erst die Anderen kommen und die Anderen glücklich sind.

Aber wie fühle ich mich dann, wenn immer erst die anderen kommen? Wenn ich als Kind und Jugendliche stets die Verwandtschaft und die Freunde meiner Eltern bedienen musste, ihnen das Essen gereicht habe, hinterher alles abgeräumt habe und selbst in der Küche gegessen habe.

Wenn so Bescheidenheit aussieht, möchte ich eigentlich nicht bescheiden sein.

Aber was ist denn Bescheidenheit?

Ich glaube, ich bin ein sehr hilfsbereiter Mensch. Ich kümmere mich gern um ältere Menschen oder um die die gerade Hilfe brauchen, wenn ich es möchte aber nicht wenn ich es muss.

Ich bin halbwegs bescheiden, wenn es um Verschwendung geht. Ich versuche so zu leben, dass alles in Maßen ist. Ja, ich glaube das ist für mich Bescheidenheit.

Ich muss mich einfach dabei gut fühlen, denn wenn ich so lebe, dass ich meine Selbstliebe in Bezug auf Bescheidenheit herunter gefahren habe, nützt es glaube ich keinen, weder mir selbst noch den anderen.

So ist das mit den alten, Bibelgeschichten und den Predigten. Sie regen mich zum Nachdenken an und das nicht nur für eine halbe Stunde , sondern für viele Tage. Das ist doch eine ganz tolle Sache! jetzt kann ich für mich selbst sehen, wo ich eigentlich zu diesem speziellen Thema in meinem Leben stehe. Außerdem kann ich mich mit anderen Menschen darüber austauschen.

Ich finde das weitaus sinnvoller, als meinen Kopf mit Gedanken zu füllen, die mir nicht zuträglich sind und die mich auf keinen Fall weiterbringen.

Ich sage es einmal so, es ist viel schöner über Love and Peace nachzudenken, als sich in einen Nachbarschaftsstreit hinein zu steigern. Love and Peace lässt mich wachsen und bei einem Streit, kann man ganz schnell zum Wurm werden.

Ich bin Dankbar für dieses wundervolle Thema „Bescheidenheit“ im Gottesdienst, denn es hat mich wirklich angeregt, meine eigene Bescheidenheit zu definieren.