Kategorie: Bastelecke

Fernsehen im Wohnmobil echt jetzt?

DVB TV μHAT Platine
DVB TV μHAT Platine

Wer mich kennt der weiß das ich fast kein Fernsehen mehr schaue, schon viele Jahre nicht. Wenn ich mal ganz kaputt bin oder wenn wirklich etwas ganz Interessantes kommt, dann werdet ich mich auch schon mal auf dem Sofa vor der Glotze antreffen. Im Wohnmobil haben wir gar kein Fernsehen. Allerdings würde ich gerne die Dritten Programme in Frankreich empfangen weil die, wie auch bei uns, am frühen Abend die regionalen Sendungen zeigen. Gerade weil wir uns auch für Veranstaltungen interessieren und zudem die Sprache weiter lernen möchten.

Dann nehmt doch eine Satellitenschüssel werden viele jetzt sagen. Wir hatten schon als erste vor vielen Jahren eine SAT-Schüssel am Wohnmobil aber mir ist das Gerödel mit solch einem Teil viel zu aufwendig. Hinzu kommt noch das wir keinen Flachbildschirm im Auto haben möchten weil auch irgendwie der Platz dafür fehlt.

Was gibt es denn da für Alternativen? Da SAT wegen dem ganzen Gerödel und Internetstreamen wegen der hohen Datenmengen ausfällt, bleibt nur noch DVB-T (TNT in Frankreich). Ein weiteres wichtiges Kriterium ist das es am Smartphone oder Tablet abgespielt werden soll. Etwas Gescheites hatten wir bisher noch nicht gefunden.

Raspberry Pi in schickem Gehäuse
Raspberry Pi in schickem Gehäuse

Auch wieder durch Zufall oder war es Werbung im Internet, bin ich auf eine Erweiterungsplatine, das DVB TV μHAT Modul, für den Raspberry Pi aufmerksam geworden. Die eingesetzten 20 € für die Platine und 32,50 für den Raspberry Pi machen uns nicht arm und wenn es nicht klappen sollte, kann ich den Raspberry Pi für etwas anderes verwenden. Aber keine Sorge, es klappt, zwar nicht auf Anhieb aber nach etwas rum experimentieren rennt die Kiste!

Die Hardware zu installieren ist ein Kinderspiel, wenn überhaupt. Die DVB-T Platine wird nur auf den Raspberry Pi aufgesteckt und mit zwei Schrauben stabilisiert und kann sofort mit der Antenne verbunden werden.

Die Software, TVHeadend, wird einfach auf die mit dem neusten Betriebssystem ausgestattete SD-Karte des Raspberry Pi installiert und schon kann man per Browser darauf zu greifen und schon geht der Spaß los!

Raspberry Pi und die DVB TV μHAT Platine
Raspberry Pi und die DVB TV μHAT Platine

Die Sender sollten jetzt eigentlich nach einem Sendersuchlauf in der Programmliste auftauchen. Da gab es bei mir jetzt Probleme denn genau ein Sender und dann noch dazu so ein blöder Verkaufssender, wurde gefunden! Immerhin funktioniert die Technik schon mal.
Wo sind denn jetzt die ganzen anderen Programme hin? Ich bin zuerst von schlechtem Empfang ausgegangen, denn Bad Oldesloe liegt an den Rändern mehrer Sender, Disnack und Bad Schwartau für Lübeck, so wie Rahlstedt und Moorfleet für Hamburg. Nach vielen Experimenten an unterschiedlichen Standorten hatte ich eine alte Richtantenne auf dem Boden gefunden aber auch mit der wurde es nichts, selbst an unserem Fernsehgerät nicht.
Frustriert hatte ich den ganzen Kram in die Ecke geschmissen. Wer mich jedoch kennt weiß genau das es mir keine Ruhe lässt. Nach etwas Recherchearbeit, es können auch ein paar Stunden gewesen sein, kam ich dahinter das es an dem neuen DVB-T2 Standard liegen muss, denn der Verkaufssender wird nach dem alten DVB-T Standard ausgestrahlt und den empfange ich ja.

Empfangsliste
Senderliste

Eine Option blieb mir noch und das ist das manuelle erstellen der Senderliste.
Genau hier liegt der Haken. Der automatische Suchlauf funktioniert nicht. Man muss die Sender per Hand eintragen, etwas mühselig aber es wird ja nur einmal gemacht.
Das war dann ein voller Erfolg und 18 Programme die uns interessieren habe ich eingepflegt, so soll es sein.

Jetzt können wir im Heimnetz via WIFI auf allen Geräten, sei es Notebook, Tablet oder Smartphone Fern sehen. Absoluter Luxus für etwas mehr als 50 Euro. Die App TVHClient könnt ihr euch im Store kostenfrei herunter laden.

Was mir nicht gefällt ist der mitgelieferte Antennenadapter MCX auf IEC weil ich befürchte das auf der Platine die Buchse heraus brechen könnte. Ein Pigtail sorgt hier jetzt für eine mechanische Entlastung.

Doppel Quad für DVB-T
DVB-T Antenne

Ach ja, die Antenne ist übrigens eine selbst gebaute Doppequad die für den DVB-T Empfangsbereich ausgelegt ist. Im Grunde genommen ist es nur gebogener Kupferdraht und eine Antennenbuchse. Mit einem Saugnapf kann sie an irgend eine Fensterscheibe gebaumelt werden.
Ein Bastelvideo könnt ihr bei YouTube anschauen.

Ganz klar sollte es auch sein das es kein Plug and Play Gerät ist. Man sollte schon eine rechte und eine linke Hand haben und auch etwas über das Beriebssystem Linux mit den Befehlen bescheid wissen. Es ist auf jeden Fall total spannend, viel schöner als in den Laden gehen, kaufen, anschließen und funktioniert. 😉

Den Raspberry Pi und die DVB TV μHAT Platine bekommt ihr bei allen bekannten Elektronikversendern im Internet.

Grafische Anzeige für den Batteriemonitor BMV-700 von Victron

Victron BMV-700 Batteriemonitor

Ich liebe es ja über alles eine Übersicht zu haben. Im Wohnmobil ist es zum Beispiel die Stromversorgung.
Wie voll ist der Akku, wieviel Solarstrom kommt rein und wie lange reicht die gespeicherte Kapazität usw. Ja, wir haben doch den kleinen Victron Batteriecomputer, da habe ich doch alle Daten im Blick!?
Ja aber…..
Vielleicht geht es ja doch noch besser und das zu einem erschwinglichen Preis?

Raspberry PI 3B+

Ja, es geht und zwar mit dem Raspberry Pi, einem kleinen Einplatinencomputer der etwas größer als eine Zigarettenschachtel ist. Er wurde ursprünglich dazu entwickelt, um unseren Nachwuchs zum Programmieren zu motivieren aber er hatte sich quasi schon vor der ersten Auslieferung die Herzen der ganzen Computerbastler erobert. Ich hatte mir schon einmal vor ein paar Jahren das erste Modell gekauft, das lag aber bis jetzt irgendwo im Bastelkeller herum weil es mir im Keller zu ungemütlich ist und ich auch vom Programmieren Null Ahnung habe. Da die neusten Modelle einiges Mehr auf dem Kasten haben, habe ich mir jetzt einen Raspberry Pi 3B+ mit einem 5″ Touch-Display bestellt.

Victron BMV-700 Batteriemonitor

Ich bin über die Internetseite solaranzeige.de gestolpert. Da lag die Lösung für die Anzeige schon zu meinen Fingern. Der Inhaber der Seite beschäftigt sich ganz intensiv mit dem Thema Solarstromerzeugung und stellt sogar ein Komplettpaket für den Raspberry Pi zur Verfügung. Es klappt selbst für Anfänger damit, nur die Installation des Touchpanels muss noch extra eingerichtet werden.

Und wie soll das funktionieren? Ganz einfach. Fast alle guten Solarladeregler, Ladegeräte, Spannungswandler und zusätzlich Komponenten wie der Victron Batteriecomputer BMV-700 haben eine Datenschnittstelle. Jetzt müssen diese Daten nur noch in den Raspberry Pi über ein USB Schnittstellenkabel gelangen, in ein vernünftiges Format und in eine Datenbank gebracht werden. Diese Daten können dann auf einem Display visualisiert werden. Ganz hervorragend eignet sich die offene Plattform Grafana dafür.

Grafische Anzeige der Daten des BMV700

Lange Rede kurzer Sinn, ich habe es kurz als fliegenden Aufbau getestet und schließlich fest im Wohnmobil verbaut. Für eine aufwendige Frontplatte hatte ich keine Lust und so habe ich die vorhandene halbiert und im oberen Bereich ein Stück Sperrholz eingesetzt. Ich kenn mich ja, nächstes Jahr habe ich vielleicht eine neue Idee und so ist dies die einfachste Lösung.

Das geilste ist aber auch das man sich die Daten am PC, Tablet oder auch am Smartphone via WIFI nicht nur anzeigen lassen, sondern auch die Grafanaoberfläche bearbeiten kann. Selbst den Raspberry Pi selbst kann ich so bequem steuern.

Solaranzeige auf dem PC via WIFI im Heimnetz
Solaranzeige auf dem PC via WIFI im Heimnetz

So sind der eigenen Kreativität, im Rahmen der Daten, kaum Grenzen gesetzt. Ich kann die Grafana Oberfläche komplett nach meinen eigenen Wünschen gestalten und konfigurieren.

So bringt es Spaß und wenn ich selber noch etwas im Rahmen meiner Fähigkeiten erschaffe bringt es doppelt Spaß

LiFePO4, was ist das denn schon wieder?

https://salzwasserwege.de/wordpress/wp-content/uploads/2018/07/SAM_3978_800.jpg
LiFePo4 Akku und das BMS

Man sollte ja annehmen das bei einem Elektriker strommäßig alles so fließt wie es sollte. Weit gefehlt!
Es gibt ja den bekannten Strom, der aus der Steckdose, jeder kennt ihn und jeder weiß ihn zu schätzen und dann gibt es den Strom im Wohnmobil. Das ist auch eine feine feine Sache, fast wie zu Hause aber doch irgendwie anders. Das Stromleben im Wohnmobil wird ja durch so tolle Sachen wie Solarmodule und Wechselrichter ganz easy, so denkt man. Mit den Wechselrichtern hat man sogar Steckdosen mit richtigem Saft im Wohnmobil, fast wie zu Hause. Nur wenn es dunkel wird, was ja in der Nacht meist so ist, möchte man ja gerade dann etwas Licht haben oder am Rechner etwas machen aber da ist es dann ja schlecht mit dem Ertrag der Solarpanel, weil wie gesagt, es ist dunkel. Kein Problem dann nimmt man sich einen anständigen Bleiakku, solche die man sowieso im Auto hat um die Karre zu starten oder so richtig was Spezielles, Akkus für Wohnstrom, ja so etwas gibt es. Nun haben diese sau schweren Teile aber allerhand Nachteile die ich hier gar nicht aufzählen möchte.

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BMS (Batteriemanagement)

Egal, wir hatten uns zwei schön große von diesen speziellen Wohnakkus angeschafft, in der Hoffnung das sie uns lange begleiten würden. Na ja das sie schon sehr früh die Grätsche gemacht haben hatte mich zuerst maßlos geärgert aber man steckt in diesen Kisten nicht drin. Wir brauchten also was Neues. Wie wäre es mit normalen Starterakkus, die sind zwar nicht optimal für diesen Zweck ausgelegt aber schön billig und wenn die hops sind dann gibt es Neue. Das fanden wir aber doof, weil wir eigentlich keine Wegwerftypen sind. Lange Rede kurzer Sinn, wir haben uns nach ein paar Wochen Besinnungspause dazu entschieden die modernste Akkutechnik in das Wohnmobil zu holen. So etwas wie im Smartphone drin ist aber größer und eine spezielle Variante. Ich hatte also mit Andre Bonsch von Amumot.de Kontakt auf genommen und ein paar Tage später war ein Paket da mit einem 90 Ah Lithium-Eisenphosphat Akku und einem Teil, dem Batteriemanagement, das braucht man damit es dem Akku auch immer gut geht.
Wen es interessiert, der möge bei Amumot.de nachlesen, dort findet ihr alle nötigen Info’s und noch viel mehr.

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Akku, Shunt und Trennschalter

Tja, es ist ein tiefer Griff in das Portemonnaie aber wir glauben das es sich gelohnt hat weil die LiFePO4, so heißen die Teile in Kurzform, haben fast nur Vorteile. Wenn ich bedenke das wir fast 80 kG Gewicht auf der Vorderachse eingespart haben, bekomme ich schon ein Grinsen im Gesicht.
Jetzt im Moment stehen wir in Büsum und haben herrlichstes Sommerwetter mit viel Strom von der Sonne, der Akku hat also fast nichts zu tun. Wir sind mal gespannt wie es wird wenn die Sonne sich rarer macht, die Tage immer kürzer werden und die ersten Eisschollen die Elbe hinunter treiben.

Das Pipicaca-Projekt 2.0

Die Kloschüssel
Die Kloschüssel

Kaum sind wir wieder zu Hause angekommen haben wir uns auf dieses sehr erfreuliche Thema gestürzt. Den einführenden Beitrag findet ihr hier: Drück mich.

Der Kackaeimer
Der Kackaeimer

Bisher haben wir immer ein Porta Potti benutzt, aber wenn man länger autark stehen möchte sind die Reserven bei dieser Lösung doch recht schnell erschöpft und wir mussten uns einfach zu oft um eine Entsorgungsmöglichkeit kümmern. Vom Volumen her sind die flüssigen Bestandteile das größte Problem, da es in weit aus größeren Mengen anfällt.
Also muß zwischen fest und flüssig getrennt werden. Die Firma Separett bietet dafür viele Möglichkeiten, vom ganzen Klo bis zum Trennsitz. Wir nehmen nur den Trennsitz und basteln uns den Rest selber zusammen.

Der Pipitank
Der Pipitank

Wir haben fast alles in der Halle herum liegen, aber leider ist der Tank den wir noch haben fünf Zentimeter zu lang. Also musste ein neuer her und den haben wir direkt vor die Hinterachse gebaut unter dem Klo. Das Sitzgestell ist aus Sperrholz und so ist es weiter kein Problem, nur das noch die Gasleitung etwas verlegt werden muß und den Spritzschutz der Hintersachse habe ich auch gleich noch höher angebaut.
Eine Entlüftung haben wir noch nicht, denn wir glauben das wir auch ohne auskommen. Der Eimer hat einen ziemlich gut schließenden Deckel und den Beutel, dar in den Eimer kommt,  kann man nach dem Geschäft ja auch zügig entsorgen. Mal sehen, denn wir fahren am Sonntag nach Flensburg und da können wir das praxisgerecht ausprobieren. 🙂

Das Pipicaca-Projekt

Pipicaca

Jeder der auf Campingtour ist kennt das Pipicaca-Problem. Eigentlich ist es von sich aus kein Problem, so lange es nicht irgendwo aufgefangen werden muss. Diejenigen, die auf Campingplätzen verweilen können auf die fest verbauten Örtchen ausweichen. Will man aber mit einem Wohnmobil frei, oder auf Stellplätzen stehen, wird man diese überdachten Einrichtungen in aller Regel vergeblich suchen. Dafür gibt es die mobile, im Fahrzeug fest verbaute Version, das Porta Potti oder auch Chemietoilette, oder wie Werner es passend ausdrückt die Chemiekloake.  Der große Nachteil dieser Klolösung ist, das man alle paar Tage mit seinem Töpfchen eine Entsorgungsstation anfahren muss.

Es gibt aber auch Alternativen die nur nicht so richtig bei den klassichen Wohnmobilisten verbreitet sind. Deswegen hatten wir uns auch kein fest in das Fahrzeug eingebautes Kassettenklo geleistet, weil wir eigentlich etwas anders suchten, es ist bisher also nur eine gewisse „Zwischenlösung“. Und wie es mit Zwischenlösungen oder Provisorien so ist, es bleibt erst einmal so und Jahrein und Jahraus sage ich mir wir müssten mal. 😉
Jetzt habe ich aber eine simple Idee um das Pipicaca Problem wesentlich zu entschärfen. Die nächsten Wochen bleibt es auch eine Idee, aber wenn wir wieder zu Hause sind geht es zur Sache und das alte Portapotti kann endlich raus fliegen. Es wird auch kein großer Aufwand sein, es ist im Grunde ganz einfach. 🙂

Herzchen

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen als es noch die berühmt berüchtigten Plumpsklos, die mit dem Herzchen in der Tür gab. Unseres war nur von außen zugänglich und Licht gab es dort auch nicht, brauchte man auch nicht, da es für die Nacht Pischtöpfe gab.
Das Prinzip ist das gleiche, nur das das Pipi vom Caca getrennt aufgefangen wird. Das ist nämlich der entscheidende Unterschied zum herkömmlichen Camping Kassettenklo. Pipi wird in einem Unterflurtank aufgefangen und Caca wandert in einen, mit einem Beutel ausgeschlagenen Eimer. Das war’s auch schon. Die eigentliche Herausforderung ist das Trennen, aber man bekommt solch einen Trennsitz von der Firma Separett. Einen Tank haben wir noch liegen und eine Holzkiste mit einer Entlüftung ist schnell gezimmert.
Lassen wir uns überraschen.