Sommerfeeling zwischen den Tagen

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Surfbulli
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Schnucklige Ente
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Am Meer!
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Da drüben ist Spanien!
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Im Hintergund die Pyrenäen
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Auf dem Womoplatz

Vor vielen vielen Jahren waren wir schon einmal hier, nur um zu schauen weil uns der Name der Stadt neugierig machte ein englisches Pärchen dort Kekse für die Surfer gebacken und verhökert hatten. Der Parkplatz war durcheinander geparkt mit VW Bullis, Ford Transit und sonst was so up to date war, aber vor allem Bullis mit englischen Kennzeichen. Es waren aber Australier die sich die schrottreifen Kisten für einen Appel und Ei irgendwo gekauft hatten. Das soll wohl mal ein richtiger Markt gewesen sein. 🙂 Jetzt stehen nur langweilige Weiße…..
Das Wetter ist traumhaft, unseren Nachmittagstee haben wir draußen in der Sonne genossen. Die Stadt ist voller Menschen, fast wie zur Hochsaison, oder kann es etwa noch voller werden? Die Cafe’s sind voll besetzt, vor den Eishütten bilden sich zeitweise Schlangen, ein Straßenmusiker spielt Dylan, die Angler baden ihre Würmer und die Kinder spielen im Wasser, alle sind gut drauf.
Abends rollen dann noch etliche Wohnmobile auf dem Platz ein. Die wollen sicher noch alle an die Algarve. *grins

Wenn Hänschen Wäsche wäscht

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Infroissable!

Manchmal kommt Mann ja nicht drum herum auch einmal das Geschäft des Wäschewaschens zu übernehmen. Zum Glück sind die Zeiten der Waschbretter lange vorbei, ansonsten wären die Herren bei derart harter Beanspruchung reihenweise zusammengebrochen. Es ist wieder kalt heute Morgen um die 5-6 Grad als ich mit den beiden vollgepfropften Fahrradtaschen los die fünf Kilometer zum Waschcenter bei dem Supermarkt. Etwas verunsichernd pfeifend betrete ich die Lokalität, wobei das trällern meine Unsicherheit gegenüber dem dort ebenfalls anwesenden Herren, der wie hypnotisiert das Bullauge seiner Waschmaschine anstarrt, überspielen soll. Nach einem Informationsrundgang wie was geht, beginne ich die 6 Kilo Maschine zu bestücken, gebe dann aber schnell auf weil ich schon fast mit den Füßen nach stopfen muss. Also muss die Acht Kilo Maschine herhalten. Der andere Herr scheint mich zum Glück nicht zu beachten. Alles gut verstaut schweift mein Blick über das Armaturenbrett der Maschine und dort steht zur Auswahl trés chaud (sehr heiß), chaud (heiß), infroissable (z.Zt. unbekannt) und froid (kalt). Was zum Teufel ist denn infroissable? Das Übersetzungsprogramm auf dem Smartphone spuckt nichts raus weil keine Internetverbindung! Na toll, die Daten liegen lokal auf dem Ding und er will im Netz suchen! Ich nehme denn das infroissable mal, weil heißer als trés chaud kanns ja nicht sein. Endlich läuft die Maschine und ich beschau mir stolz das drehen der Trommel. Ich schau noch mal in die Plastetüten und finde noch die beiden Kopfkissenbezüge. Mist! Die Maschine geht nicht mehr auf. Na gut die kleinen Teile kann Mann ja auch mit der Hand zu Hauses waschen. Die Zeit läuft, aber nicht lange und das Hauptwaschprogramm ist fast vorbei, die Temperatur des Bullauges ist froid. Zu blöde, denn ich habe noch zwei weitere acht Kilo Maschinen gefunden auf denen die Gradzahl steht!. Als die auf infroissable gewaschene Wäsche fertig ist bugsiere ich sie schnell in die mit den Gradzahlen. Mein Mitstreiter hat zum Glück schon das Etablissement verlassen und so kann ich ungeniert rum machen. Allein die Kamera stört mich. Was der oder die da hinter wohl denken? Ich schaue ab und an mal verschmitzt rein damit sie wegschauen mögen. Alles Weitere läuft nach Plan und ich besorge zwischendurch ein Kilo mules buchot (Miesmuscheln), drei Porrestangen, eine Tüte Möhren und einen Salatkopf. Das Trocknen geht ohne Probleme und so radle ich dann stolz wie Oskar so bei zwölf Uhr wieder nach Hause mit einer schrankfertigen Ladung Wäsche. Heike war natürlich auch fleißig obwohl sie ihren kleinen Zeh ja eigentlich schonen sollte, aber das kann sie dann ja doch nicht und so betrete ich ein blitzeblank gewienertes Wohnmobil. Ach ja, infroissable! Heike sagt es könne nur Bügelfrei bedeuten und so ist es dann auch es heißt knitterfrei. So denn, ob ich das beim nächsten mal wohl noch weiß?

Ein Tag wie jeder Andere

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Himmlischer Weihnachtsschmuck
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Trauriges Holz
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Magischer Himmel
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Gleich ist es ganz duster

Das wäre also wieder geschafft, Weihnachten 2015 ist Geschichte. Ja ja, hier in Frankreich schon, denn die Franzosen kennen keinen Heilig Abend und auch den zweiten Weihnachtstag nicht, folglich bleibt nur der erste Weihnachtstag zum Feiern. Tja, da haben wir das schon viel besser mit unseren zwei 1/2 Weihnachtstagen.
So dann radeln wir zum einkaufen in das acht Kilometer entfernte Souston. Es ist bitterkalt und der Raureif liegt auf den Gräsern. Die noch schwach strahlende Sonne erreicht uns nur ab und an weil der Radweg, eine alte Bahntrasse, durch den Kiefern.- und Korkeichenwald führt. Wir freuen uns auf den warmen Laden. Die Rückfahrt ist schon wesentlich angenehmer und um 12 Uhr trudeln wir wieder zu Hause ein. Tja, so kurz ist der Tag im Winter. Nur mal kurz einkaufen und der Vormittag ist gelaufen. Aber das ist dann ja auch gut so, es ist wie es ist.
Heike sagte mir das ihre Gangschaltung hin und her springt. Bei der Probefahrt piekst mich etwas beim Schalten und ich ahne es. Der Bowdenzug ist hinüber. Wir setzen ihn in etwa Mittelstellung mit einer Lüsterklemme fest da Heike sonst nur im ersten Gang fahren kann. Am späten Nachmittag fahre ich in das Dorf und will den hier ansässigen Fahrradhöker aufsuchen aber kaum bin ich über die kleine Bachbrücke, bemerke ich das die Sonne vor dem Untergehen ist und ich mache einen kleinen Schlenker zur Düne. Danach finde ich den Fahrradladen aber er macht nur einen auf Rendezvous, also auf telefonische Anmeldung. Mal sehen ob wir das die Tage machen. Viel Hoffnung habe ich nicht das er solch einen Bowdenzug hat denn Nabenschaltungen kennen die Franzosen nicht. Dafür bummel ich durch die Stadt und genieße das verblassende Tageslicht

Weihnachten, Vollmond und Orion

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Vollmond und unten der Orion
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Atlantikwellen
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Erster Weihnachtstag
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Beeindruckende Wellen
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Heike in ihrem Element
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Unser Zuhause

Der Vollmond schickt sein Licht die ganze Nacht auf uns herab und am frühen Abend steht er direkt über dem Sternbild Orion, dem Wintergestirn. Von Winter ist allerdings weit und breit nichts zu sehen und nur die weihnachtliche Dekoration überall lässt uns wissen das das Christkind irgendwie aktiv ist. Die Menschen strömen in Scharen an den Strand, genießen die warmen Sonnenstrahlen und schauen ehrfurchtsvoll den riesigen Wellen des Atlantiks zu. Es ist ein Bild das eher zu Pfingsten als zu Weihnachten passt.
Der Wohnmobilplatz ist jetzt richtig voll aber es artet auch nicht zum Kuschelcamping aus. Dazu sind wohl zu wenig Steckdosen vorhanden ohne die ein richtiger Camper heutzutage nicht mehr auskommt. Jedenfalls bricht Abends die Stromversorgung in Intervallen zusammen weil alle meinen der Strom kommt aus der Steckdose… 🙂
Gute Nacht und viel Spaß beim Weihnachtsbratenverdauen!

Alle Bilder von Heike und Hans

Auf der ständigen Suche

Die Promenade von Soort-Hossegors
Die Promenade von Soort-Hossegors
Der Blick nach Süden, im Hintergrund die Pyrenäen
Der Blick nach Süden, im Hintergrund die Pyrenäen
Surfer's Paradies: Cap Bretonne
Surfer’s Paradies: Cap Bretonne

Unsere Freundin Linda aus England lebt seit vielen Jahren, gemeinsam mit ihrem Hund, in einem kleinen Citroen Berlingo. In einem der vielen tiefgründigen Gesprächen erzählte sie uns einmal das es für sie nichts mehr bringt Neues auf Reisen zu entdecken. Die Küsten ähneln sich, die Wälder ähneln sich, kurz die Landschaften haben zwar ihren eigenen Charakter aber groß etwas Neues gibt es nicht. Und so bereist sie seit vielen Jahren immer die gleichen Plätze: Le Diben in der Bretagne, an der französischen Mittelmeerküste irgendwo, Oliva und zum Schluss Orgiva in Spanien. Sie hat sich die für sie schönsten Fleckchen auserkoren und ist hier für eine bestimmte Zeit zu Hause. Sie weiß genau wo sie ihr Baguette kaufen kann und wo ein Bier mit Tapas besonders gut schmeckt und sie kennt an den Orten viele Menschen die sie in ihr Herz geschlossen hat. Ich komme darauf weil ich heute mit dem Fahrrad nach Cap Bretonne aufgebrochen bin. Die ersten paar Kilometer habe ich mit mir zu kämpfen denn irgendwie bin ich lustlos aber ich kehre trotzdem nicht um. In Soot-Hossegor stehe ich dann auf der Promenade und schaue begeistert auf die riesigen Wellen die der Atlantik hier an die Küste schickt. Ich blicke gen Norden die Promenade entlang und denke sofort: Das könnte auch Bray Dunes oder Fort Mahon in der Normandie sein, nur die Wellen sind zu gewaltig. Genau so geht es uns wenn wir die Strände der Nordseeküste Jütlands mit dem Strand von Plouharnel oder Messanges Plage vergleichen. Selbst Adolfs wundervolle Bunker sind überall zu finden.
Was will ich damit sagen? Ankommen, irgendwo ankommen und sich zu Hause fühlen, das ist uns wichtig und wir machen das bereits viele Jahre aber es ist uns erst jetzt so richtig bewusst geworden! Wir sind schon vier Monate unterwegs und immer noch an Frankreichs Westküste, aber wenn wir irgendwo ankommen wo es uns gefällt bleiben wir gerne länger und können alles viel intensiver aufnehmen als wenn wir husch husch auf der Durchreise sind.
Ei tolles Beispiel sind die verschiedenen Tiden, gerade in der Bretagne. Man kann sie nur miterleben wenn man mindestens einen Mondzyklus an einem Platz bleibt, das ist wahnsinnig interessant und man bekommt viel mehr von der Natur mit.