Auf den Füßen rumtrampeln

Das Sémaphore in Messanges Plage
Das Sémaphore in Messanges Plage
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Auf den Dünen in Messanges Plage
In Vieux Boucau auf der Düne
In Viex Boucau auf der Düne
Weihnachtsstimmung auf dem Wohnmobilplatz
Weihnachtsstimmung auf dem Wohnmobilplatz

Im Wohnmobil ist es nun mal eng und wenn Mann dann aus unerfindlichen Gründen mal hektisch wird passieren blöde Sachen. Kurzum, ich bin Heike auf dem kleinen Zeh rumgetrampelt und jetzt muss sie einen meinen beiden Nordic Walking Knüppel zum laufen nehmen. Es tut ihr höllisch weh und mir verdammt leid. Aber wir sollen uns wohl etwas Ruhe gönnen und nicht immer die Zeit voll ausfüllen!
Gestern Abend hatten wir das Gefühl den Ofen auf allerkleinster Stellung die Nacht durchlaufen lassen zu müssen, mit Recht unser Thermometer zeigte 4,2 Grad an und das Gras war von Reif bedeckt. So brauchten wir also nicht schlotternd aufzustehen. Es ist sternenklar und das Sémaphore in Messanges Plage schaut stumm zur See und irgendwie gruselt der Turm weil er so dämlich aussieht. Der Turm dient zur Seeüberwachung und gleichzeitig als Feuerwache der Rentnerwälder Wir brechen auf und fahren die paar Kilometer weiter nach Souston Plage (südlich angrenzend an Vieux Boucaup) auf den Wohnmobilplatz. Als ich die ganzen Wohnmobile sehe bekomme ich wieder rote Augen aber beim rundumblicken ist es nicht so vollgestopft wie es scheinen mag.
Wir wollen hier Weihnachten verbringen, Heike kann ihren Zeh pflegen und wir haben alles was das Herz begehrt für sieben Euronen am Tag, was wollen wir mehr!
Genau hier waren wir vor vielen vielen Jahren auch schon einmal mit unseren Freunden. Klaus hatte sich mit seinem Mercedes 809 in einem Sandloch, von dem er meinte das er unbedingt durch müsste, bis auf die Hinterachse eingebuddelt, na ja dafür hat er uns einen leckeren Hasenbraten mit original Kraft’s – Semmelknödeln spendiert. 😉

Die Côte d’Or

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Auf der Fähre über die Garonne
An dem alten Petrolhafen
An dem alten Petrolhafen
In einem alten Petroltank
In einem alten Petroltank
Waldparkplatz Le Truc Vert
Waldparkplatz Le Truc Vert
Strandspaziergang im Seenebel
Strandspaziergang im Seenebel
Ein sonniger Wintertag an der Côte d'Or
Ein sonniger Wintertag an der Côte d’Or

Es sind nur ein paar Kilomter von der Île d’Olderon bis nach Royan an der Mündung der Garonne. Heir nehmen wir die Fähre um auf die südliche Seite des Flusses zu kommen. Kurz nach zwölf Uhr kommen wir am Fähranlieger an und sehen die Fähre von dannen düsen, die Nächste geht um 15:00, also erst mal relaxen und eine kleine Mittagspause einlegen. Um 15:30 rollen wir dann von der Fähre und fahren direkt nach Le Verdon auf den Stellplatz. Unsere Freundin Traudi nennt es Omabad weil hier absolut tote Hose ist, und so ist es auch wirklich. Nicht einmal zum Industriehafen kommt man mehr und uns bleibt ein herumstritzen zwischen den alten Petroltanks, wenn es denn mal so etwas war.
Wir ziehen noch einmal nach Soulac sur Mer um und verbringen dort ganz alleine einen tollen Tag mit Strandspaziergang und einkaufen in der belebten City.
Auf der Weiterfahrt gen Süden legen wir noch einen Zwischenstopp in Cap Ferret / Le Truc Vert ein. Hier haben wir Zwei mal unseren Zelturlaub Ende der 70er Jahre verbracht. Verändert hat sich fast nichts und nach der Saison sind die Höhenbegrenzngen an den Strandparkplätzen abgebaut und wir können wundervoll, mitten im Wald hinter den Dünen eine sternenlose Nacht verbringen. Der Morgen ist ein klein wenig neblig und der Tau hängt tröpfchenweise an den Piniennadeln. Es ist zauberhaft als die Sonne im Dunst des Waldes auf geht.
Heute sind wir dann die unglaubliche Strecke von fast 180 Kilometern gefahren und jetzt stehen wir in Messanges auf dem Parkplatz hinter den Dünen. Das Wetter ist genial, es weht kein Lüftchen, es ist unglaublich mild und die Sonne hat uns den ganzen Tag verwöhnt. Es ist wirklich ein verrückter Frühwinter!

Alle Fotos von Heike und Hans

Einsamer Leuchtturm

Der Phare de Chassiron
Der Phare de Chassiron
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Die Westküste bei Saint Denis d’Oleron
Die Westküste bei Saint Denis d'Oleron
Die Westküste bei Saint Denis d’Oleron
Der Phare de Chassiron und das Sémaphore
Der Phare de Chassiron und das Sémaphore
Alles geschlossen um den Leuchtturm herum
Alles geschlossen um den Leuchtturm herum
Eine Davis Wetterstation am Phare de Chassiron
Eine Davis Wetterstation am Phare de Chassiron

Wir haben uns für vier Tage auf einem alten Campingplatz, der in einen Wohnmobilplatz umgemodelt wurde für vier Tage nieder gelassen. Wir stehen in Saint Denis d’Oleron, also ganz auf der nördlichen Spitze der Île d’Oleron. Es ist einsam hier und mit uns stehen so drei bis vier Camper und die Zahl der Katzen die um die Wohnmobile stromern ist genau so groß. Der größte Teil des Platzes ist im Winter gesperrt und wir müssen also unter den riesigen Pappeln stehen. Uns ist das egal, denn es gibt hier Atomstrom mit 1200 Watt aus der Steckdose, aber die Anderen haben mit ihren SAT Schüsseln Probleme und eiern so lange hin und her bis es klappt.
Wir sind umringt von Weinfeldern, ja die Île d’Oleron ist bekannt für den guten Wein sagt man, und wir hören das Meer rauschen, denn die Küste ist nur etwa einen Kilometer entfernt. Schönen Strandsand suchen wir hier vergebens, es ist eine merkwürdige Küste mit kalkhaltigen Steinen. Aber schaut auf den Bildern. Ganz draußen auf der Spitze steht der wundervolle schwarz-weiße Phare de Chassiron (Leuchtturm). Ich will eigentlich auf ihn rauf und schiebe es so weit heraus bis die Sonne mal so richtig scheint, aber ich habe zu lange gewartet, es wurde immer bedeckter. Na gut, dann bis zum nächsten mal. Irgendwie steht er jetzt etwas verlassen herum und schickt sein Licht über das Meer, verlassen weil alles um ihn herum leer und verwaist ist, das Hotel, das Restaurant und die anderen Buden die hier oben herum stehen. Im Sommer muß hier aber der Bär steppen, jedenfalls an der Größe und Anzahl der Parkplätze gemessen.
Aber nicht nur am Leuchtturm ist  tote Hose auch in den angrenzenden Dörfern ist das Leben auf ein minimum reduziert! Immerhin ist in Saint Denis ein kleiner Laden, ein Bäcker und alle zwei Tage ein klitzekleiner Markt. Wir bekommen hier also alles was wir brauchen und alles ist per Fahrrad leicht zu erreichen.
Nach vier Tagen haben wir auch genug gesehen. Unser Fazit ist das es bei unserer Freundin in Baudissiere bei den Cabanen am schönsten ist.

Ein Weihnachtsmarkt in Frankreich auf der Île d’Oleron

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Was macht man in der Vorweihnachtszeit? Richtig, Weihnachtsmärkte besuchen und wenn dann noch einer auf einer Insel statt findet ist das natürlich etwas ganz Besonderes und die Krönung ist dann noch wenn unsere liebe Freundin Traudi auf diesem Weihnachtsmarkt auch ausstellt. Und so landen wir das erste mal auf der Île d’Olreon. Wir breiten unser Lager in dem kleinen Ort Dolus mitten in der Insel aus, etwas abseits gelegen und sehr ruhig. Der Weihnachtsmarkt findet ca. vier Kilometer weiter in La Baudissière statt. Es ist kein Ort sondern eine Ansammlung von Fischerhütte, Kanälen, Wasserbecken und Austernzuchtbetrieben. Ein Teil der Fischerhütten hat die Gemeinde Dolus erworben und stellt sie Kunsthandwerkern für eine Pacht zur Verfügung. Als wir am Freitag ankommen bietet sich uns ein hektisches Bild denn die Austernzüchter befinden sich jetzt in der Hochsaison und sind wie wild am ernten. Die Austern gehen von hier aus nach Paris und dann weiter in die ganze Welt und unser Freund Klaus erzählt uns das ein Drittel des Jahresumsatzes jetzt zu Weihnachten gemacht werden. Es ist Ebbe und die ganzen Kanäle sind ohne Wasser. Die komischen platten Boote liegen schief und krumm auf dem Schlamm und warten darauf wieder das Wasser der Flut unter ihren Kielen zu spüren. LKW fahren mit der delikaten Fracht davon, Trecker mit urigen selbstgeschweißten Anhängern fahren in das Watt und überall sind Menschen die irgendetwas mit den Austern veranstalten. Das Wetter ist einmalig. Vom stahlblauen Winterhimmel wärmt uns die tiefstehende Sonne und taucht alles in ein sehr extremes Licht. Direkt an der kleinen Straße stechen die bunten Cabanen heraus und leuchten fröhlich als wenn Morgen der Sommer wieder da ist. Es werden zwei tolle Tage und wir erleben das erste mal einen französischen Weihnachtsmarkt bei frühlingshaften Temperaturen. Unser Freund Klaus hat sich angeboten den „Vin chaud“ (Glühwein) Ausschank zu übernehmen und seine Stimme hallt andauernd über das Gelände: „Vin chaud!“ Die Stimmung ist auf dem Höhepunkt und kaum noch zu übertreffen, schade das wir so schlecht französisch können.
Abends treffen wir uns dann wieder in dem Wohnmobil von Klaus wo wir die Reste des Mittagsgelages, Rouladen mit Semmelknödeln á la Klaus vertilgen und über die schönen Tage plaudern. Ich brauche wohl nicht extra zu erwähnen das die Rouladen und die Semmelknödel per Hand von Klaus gemacht wurden und oberlecker waren.

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Rochefort-sur-Mer

Rochefort018aEin paar Kilometer südlich von La Rochelle besuchen wir die kleine Stadt Rochefort. Hier gibt es einen schlichten Wohnmobilstellplatz der im Winter nix kostet und eine sehr gute Lage hat um die Stadt zu erkunden.
Von Weitem sehen wir schon ein hohes Metallgerüst das wie eine Brücke aussieht aber keine Rampen besitzt. Es ist aber doch eine Brücke mit einer Schwebefähre ähnlich wie die bekannte Schwebefähre über den Nord-Ostseekanal in Rendsburg, nur mit dem Unterschied das hier in Rochefort keine Eisenbahn und auch keine Straße herüber führt. Es ist wirklich nur ein gigantisches Gestell das 1900 erbaut wurde, mit einer an Stahlseilen hängenden Plattform die hin und her fährt. Unweit hiervon schwingt sich elegant die moderne Straßenbrücke über die Charente. Leider ist die Schwebefähre nur bis Oktober in Betrieb, aber das ist nun mal so wenn man in der kalten Jahreszeit unterwegs ist.
In Richtung Stadt kommen wir an langen Gebäuden vorbei, die königliche Seilerei. Hier wurden früher für die französische Kriegsmarine die Seile angefertigt. Von hier aus sehen wir auch schon die Masten und die Takelage der L’Hermione. Es ist eine 1997 nachgebaute Fregatte die bereits den Atlantik überquert hat. Es ist ein wirklicher Hingugger. Genau so interessant sind die Docks aus der Zeit um 1600 herum. Sie sind in den letzten Jahren wieder vom Schlamm befreit und restauriert worden. Nur die Dockschotten sind von moderner Bauart. Wir staunen wiedermal über das was die Menschen früher so bauen konnten. Sonst ist es wie in jeder alten Stadt mit den alten Häusern, leerstehenden und schmuddeligen Geschäften, der Lauf der Zeit?!
Rochefort ist auf jeden Fall einen Zwischenstop wert.

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