La Rochelle

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Die Brücke zur Île de Ré
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Kuschelcamping in La Rochelle
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Auf dem Weg in die Stadt
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Schönes Grafitty
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Bei den Sprayern
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Unten die kleine Elektrofähre
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Die Merkthalle von La Rochelle
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Eine alte Drogerie in La Rochelle
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Weihnachtszeit in La Rochelle
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Ein typisches Boot der Muschelfischer
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In den wurstigen Netzen sind Miesmuscheln
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Die Cabanen (Fischerhütten) in La Rochelle
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Heike und Klaus am Hafen
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Sonnenuntergang am Segelhafen

Wir verlassen die Île de Noirmoutier und bummeln über die Landstraßen südwärts. Die relativ kurze Strecke kommt uns beiden irgendwie unendlich vor. Es liegt wohl an den vielen Ortsdurchfahrten, Kreiseln und Baustellen. Gegen Spätnachmittag trudeln wir dann endlich auf dem für Wohnmobile ausgewiesenen Parkplatz am Yachthafen an und quetschen uns in eine Parklücke von denen es kaum noch welche gibt. Eigentlich mögen wir dieses Kuschelcamping überhaupt nicht  aber der Platz ist zentral gelegen und obendrein noch kostenlos.
La Rochelle ist eine alte Hafenstadt Frankreichs und wenn man in Wikipedia rein schaut wird man überschüttet von kriegerischen Handlungen, das ging so um 1100 los und endete mit dem U-Bootbunker der Nazis, die heute leider nicht mehr besichtigt werden können, da sie im hermetisch abgeriegelten Hafenbereich liegen. Es ist ganz nett durch die Altstadt zu schlendern aber viel machen wir uns daraus nicht. Alte Häuser, Kirchen und gruselige Gemäuer gibt es in fast allen Städten und viel wird darüber geredet.
Am nächsten Tag stößt unser Freund Klaus zu uns und so stehen die schönsten Wohnmobile in La Rochelle nebeneinander. Klaus kennt La Rochelle schon viele Jahre und berichtet uns von den Zeiten, als das Hafengelände noch offen war und mehr oder weniger ein riesiger Abenteuerspielplatz war. Die modernen abgeriegelten Häfen der Neuzeit sind einfach sch….! Uns wird immer mehr Individualität und Eigenverantwortung genommen. Ich lass jetzt mal diese Diskussion weil sie ein extra Kapitel füllen würde, aber ich greife sie sicher noch einmal auf.
Das Wetter ist toll, bis auf unseren Waschtag im Hafenwaschcenter hatten wir stahlblauen Himmel und dieses wundervolle Winterlicht das so einmalig intensiv ist.
Vom Segelhafen fahren wir mit den Fahrrädern in Richtung Stadt, immer entlang an endlosen Reihen an Booten aller Art, es müssen tausende sein. Anscheinend hat jeder Franzose mindestens ein Boot. Viele junge Leute auf gelben Leihfahrrädern kommen uns entgegen oder überholen uns, kein Wunder denn hier um die Ecke sind Universitäten und einige Fachschulen. Es ist toll so viele junge Menschen zu sehen. Über kleine Brücken, die über Schleusen führen kommen wir an das Ende des alten Hafenbeckens und wie es in jeder Hafenstadt ist, reihen sich hier Cafés und Restaurants aneinander. Es ist eine tolle Stimmung, denn überall sitzen die Menschen draußen und genießen das warme Winterwetter. Die Adventszeit scheint ihr Dasein nur über die angestrahlten Hafentürme zu zeigen, auf denen Joyeuses Fêtes (Frohes Fest) zu lesen ist und natürlich auch nicht die kitschig blauen Lichterketten. Das schönste Gebäude, wie wir finden ist die alte Markthalle die so richtig im Steampunklook glänzt. Besonders sehenswert finden wir den Gebrauchtladen für Schiffszubehör. Hier bekommt man von der Ankerkette bis zur Schiffermütze alles was ein Skipper braucht. Mit Klaus zusammen radeln wir entlang des Hafengeländes bis hin zum Fischereihafen, bei dem wir den anlandenden Muschelzüchterschiffen beim aus und einladen zuschauen können. Hier können wir wenigstens noch direkt an die Kais gelangen. Allerdings bleibt uns der Blick auf die große Brücke zur Île de Ré durch große angrenzende Lager.- und Werkshallen versperrt. Wir müssen einen weiten Umweg in Kauf nehmen und können dann aber doch noch bis zu Mitte der Brücke radeln auf der wir die Sonne über der Île de Ré untergehen sehen. Im dunkelwerden nehmen wir den kurzen Weg durch Benzintanklager, Chemiegeländen und was weiß der Himmel noch. Im Halbdunkeln ist es eine richtige grauselige Atmosphäre. Ach ja ich habe den Plattfuß an Klaus Fahrrad bei dem Fischereihafen vergessen. Zum Glück hatte ich Flickzeug mit und Heike eine funktionierende Luftpumpe. Nachdem Klaus und ich uns ordentlich in den Haaren lagen, wie der Defekt zu beheben sei, konnten wir uns einigen und dann endlich wieder weiter fahren. Die 15 Kilomter wären für Klaus sonst arg lang geworden. 😉

Île de Noirmoutier

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Die Fähre kommt von der Île d’Yeu

Wir nehmen von unseren Nachbarn in Saint Nazaire Abschied, und fahren gemütlich am Hafengelände entlang bis zur Brücke über die Loire und steuern dann genau nach Süden bis zu unserem Ziel die Île Noirmoutier. Es gibt zwei Möglichkeiten zur Insel herüber zu kommen, einmal nobel über die Brücke oder etwas feuchter die alte Straße die aber nur in dem Zeitfenster 1,5 Stunden vor und nach der Ebbe zu befahren ist ansonsten steht man dumm da wie wir da wir gerade zur vollen Flut da sind. Leider liegen die Gezeiten gerade so blöd das früh Morgens und spät Abends Ebbe ist. Also sparen wir es uns für das nächste mal auf.
Direkt vor der Brücke auf der Festlandsseite finden wir einen tollen leeren Strandstellplatz, unbeleuchtet und in den Dünen, ganz nach unserem Geschmack nach den Stadttagen!
Der Strand zieht sich nach Süden bis er außer Sichtweite ist der Strandspaziergang ist wundervoll, uns wärmen die Sonnenstrahlen die uns von einem stahlblauen Himmel erreichen und wir laufen und laufen……
Heute Morgen machen wir uns auf die Insel und finden ein nettes Plätzchen ganz auf der Spitze, L’Herbaudière heißt das Kaff, aber immerhin hat es einen netten Hafen, einen Bäcker, einen kleinen Lebensmittelmarkt und einige Restaurants, Cafés und Bars. Im Winter ist es ein Ort der Ruhe, hier kann man gar nicht hektisch werden!

Saint Nazaire im Dezember, zwischen Werften, Bunkern und Weihnachtsmännern

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Die Brücke über die Loire und die alte Bunkerschleuse von Adolf &Co
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Kreuzfahrerneubau in der Werft
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Der Briefkasten für den Weihnachtsmann
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coole Weihnachtsbeleuchtung
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Hubschrauberträger Wladiwostok
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Eine richtig alte Drogerie
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Heike auf Shoppingtour
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Am Stadtstrand von Saint Nazaire
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Cabane an der Loire
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Der U-Bootbunker von Saint Nazaire
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Die Loirebrücke von Saint Nazaire
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Oben rechts der ehemalige Radardom aus Berlin auf dem alten U-Bootbunker. Ein Zeichen der Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland

Es ist schon lustig im Dezember in Saint Nazaire zu sein. Es ist etwas bizarr hier unten am Hafen zwischen den großen Kränen, Silos, den Kriegsschiffen und den ollen U-Bootbunkern. Ein paar Straßen weiter glitzert die kitschige Weihnachtbeleuchtung und die Kinder stehen mit großen Kulleraugen vor dem Briefkasten für Père Noél (Weihnachtsmann). Ach ja, Vorweihnachtszeit. Ich hab ja nie so viel davon gehalten aber so schön wie bei uns ist sie nicht, keine netten Buden in denen es leckere Sachen oder Kunsthandwerk gibt, keine und keine Weihnachtsmusik. Flensburg oder Lübeck ist wirklich richtig toll! Schaun wir mal was uns auf der Île d’Oleron bei den Cabanen zum Weihnachtsmarkt am 12 und 13. 12. erwartet. 😉 Das Wetter tut auch sein bestes um nicht weihnachtlich zu wirken. Heute Nacht war mir ausnahmsweise mal nicht zu warm. Heike meint ja das ich in den Wechseljahren bin aber das kann gar nicht sein!!
Zurück zu Saint Nazaire. Flußaufwärts erwarten einen ausgedehnte Werftgelände auf denen noch richtig gehämmert und geschraubt wird. Leider kann man vor lauter Zäunen und Hallen nicht allzu viel sehen und so bin ich auch nicht wirklich dicht an den Kreuzfahrer herangekommen. Aber die beiden Hubschrauberträger, die eigentlich für Russland gedacht waren aber wegen des Ukrainekonflikts nicht ausgeliefert werden, kann man fast anfassen. Frankreich und Russland haben sich übrigens geeinigt und die Franzosen bezahlen an die Russen einen batzen Geld als Ausgleich. Nach letzten Nachrichten sollen die beiden Kriegsschiffe nach Saudi Arabien verhökert werden. Hauptsache es findet sich ein Abnehmer und die Finanzen stimmen einigermaßen! Flußabwärts erwartet uns ein ganz anderes Bild. Eine lange Promenade mit einem eigenen Radweg zieht sich ein paar Kilometer zum Meer hin. Hier werden wir von hübschen alten Villen begleitet und die Wellen brechen sich am goldenen Sandstrand. Hier tauchen auch das erste mal die Cabanen auf Stelzen auf. Sie stehen im Wasser und von dort aus werden Senknetze herabgelassen. Wir haben herrliches Dezemberlicht und die tiefstehende Sonne verwöhnt uns mit ihren goldenen Strahlen. Schon außerhalb der Stadt bleiben wir eine Zeit lang an einer wunderschönen Bucht und genießen das rauschen der Wellen das wir hier in der Stadt natürlich vermissen.
Es ist jetzt schon lange dunkel und einer der letzten Busse rollen in das Busdepot das direkt an den Wohnmobilstellplatz grenzt. Der Stellplatz ist erst im Oktober eingerichtet worden. Man konnte bisher umsonst parken. Jetzt wird einem 7 Euro pro Tag von der Kreditkarte runtergelutscht. Allerdings mit 6 A sauberstem Atomstrom. Man steht aber vergleichsweise sehr ruhig und ist mitten im Geschehen. Ach ja, 24h umsonst kann man noch auf dem angrenzenden Parkplatz stehen. 🙂

Regen und Wochenmarkt

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Rote Bete
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Das Gemüse muss trocknen
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Heike im Kartoffelkeller
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Ich freu mich!
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Lecker Salat

Es ist Dienstag und Dienstags ist in Étel Wochenmarkt und da dürfen wir natürlich nicht fehlen, zumal unser Apfel und Kartoffelvorrat arg zusammengeschrumpft ist und wir kurz davor sind den Notstand auszurufen. Der Wecker bimmelt unverschämt früh, Sie stellt ihn immer so früh wenn wir etwas vor haben und da wir fast immer was vor haben bimmelt der Wecker permanent unverschämt früh. Nun ja ich denke lass ihn bimmeln, denn es regnet sowieso und sachte Sturmböen ruckeln am Auto. Ideale Bedingungen sich im warmen Bett wieder einzudrehen während unten emsig am Frühstück rumgewerkelt wird. Ich seh mich dann aber doch gezwungen die kuschelige Hütte zu verlassen da der Kaffeeduft so unverschämt verlockend ist das ich nicht anders kann. Es regnet noch immer nur mit dem Unterschied das es noch zu genommen hat. Es geht auch noch weiter so und die Tür aufzumachen, nur um mal die Lage zu peilen, wird gleich wieder abgebrochen da das Stürmchen ganau da rauf ballert. Also abwarten, und tatsächlich wird es so bei zehn Uhr rum schlagartig hell und wir können los. Der Regen hat sich verkrümelt und die liebe Sonne scheint sogar! Auf dem Wochenmarkt ist gut was los, kein Wunder denn anscheinend haben die meisten den Regen abgewartet obwohl der geplünderte Fischstand schon fast ausverkauft ist. Unser Gemüsehöker hat heute leider nur ein paar von den leckeren marmorierten Rote Bete aber wir können heute Nachmittag bei dem Hofladen welche bekommen. Beim Apfelmann aus Locoal-Mendon decken wir uns mit 5 Kilo Äpfeln ein. Er, der Apfelmann ist irgendwie perplex das jemand 5 Kilo Äpfel kauft. Anscheinend kaufen die Franzosen nur kleinere Mengen. Jedenfalls hat er, nach einigem hin und her, einen passenden Beutel gefunden in den 5 Kilo Äpfel passen. Als Heike ihm erzählt das es dieses Jahr das letzte mal ist das wir bei ihm einkaufen weil wir weiter in den Südfrankreich fahren wollen macht eine Miene als wenn man lieber hier bleiben sollte. Als er dann noch hört das wir weiter nach Spanien und Portugal schaute er nach oben, dort hin wo die Sonne sein sollte, dachte er anscheinend das es vielleicht doch eine gute Idee sein könnte. Am Nachmittag machen wir uns dann zum Hofladen auf aber die schönen Rote Bete haben sie dort nicht aber wir werden zum Feld geleitet und können uns so viel mit nehmen wie wir möchten. Da hat ja was! Die ersten vier Rote Bete sind jetzt schon gekocht . 🙂

Weiter geht’s

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Die Anse de Pen-Hir
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Das Meer tobt
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Am Pointe de Pen-Hir
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Der Stellplatz in Le Fret
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Le Fret wirkt verlassen
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Meerblick in Morgat

Wir haben noch einen wundervollen Vormittag auf dem Pointe de Pen-Hir verbracht, haben uns den Sturm um die Ohren hauen gelassen und die Strahlen der Novembersonne genossen, die unsere Herzen gewärmt haben. Wie magisch erscheinen die Farben an diesem Cap der Halbinsel Crozon, tiefgehend, harmonisch und friedvoll obwohl die See tobt und mit aller Gewalt mit ihren mächtigen Brechern gegen die Felsen trommelt. Die Möewen stehen im Wind und ab und zu fällt das Gehen schwer als wolle der Sturm uns aufhalten. Es ist für uns einer der schönsten Tage des Jahres.
Wir machen uns aber auf nach Le Fret, einem kleinen Kaff neben der Île Longue gegenüber der Hafenstadt Brest. Am Ende der alten Bahnlinie, die jetzt ein Voie Vert (grüner Weg/Radweg/Wanderweg) ist halten wir auf dem Wohnmobilplatz. Im Sommer fahren von Le Fret Fähren nach Brest in den Hafen und zum Meeresmuseeum Oceanapolis. Jetzt ist hier tote Hose und die Sportboote stehen im Trockenen auf der Kaimauer und nur ein Restaurant und die kleine Epicerie (Lebensmittelladen) lockern die Leere irgendwie kaum auf.
Gestern Vormittag haben wir eine Einkaufstour nach Crozon gemacht, denn der Kühlschrank sah innen traurig leer aus. Frisch eingedeckt sind wir dann runter nach Morgat zum Wohnmobilstellplatz gefahren. Morgat hat anscheinend eine lange Touristentradition. Die vielen alten prachtvollen Häuser und Villen zeugen davon, aber auch hier ist es herbstlich ruhig. Im Hafenbereich wurden auch hier die größeren Freizeitboote auf dem Hafenparkplatz zur Winterruhe abgestellt und warten sehnsüchtig auf die nächste Saison, ebenso wie die meisten Häuser in Strandnähe. Sie sind aller verrammelt, unbewohnt und schauen traurig auf das Meer. Nur ein paar Restaurants, Crêperien und der kleine Supermarkt haben jetzt noch auf. Die Ausflugsfahrten in die zahlreichen Grotten kann man aber erst im Frühjahr genießen.
Heute Nacht begann es wie vorhergesagt zu regnen und so es zog sich auch den ganzen Tag dahin. Jetzt aber, um 19:00 Uhr ist es trocken geworden, wir stehen in Lorient auf einem kleinen Parkplatz mit Blick auf die vom Verkehr geschwängerten Straße und den Fluss Scorff, keine 200 Schritt von einem Lidl Supermarkt entfernt. Wir besuchen hier unsere Freunde Traudi und Klaus und sind jetzt erst einmal platt vom Kuchen essen.
Ach ja, es ist kälter geworden, wir haben noch gerade mal 10 Grad und es soll die kommenden Nächte sogar etwas Bodenfrost geben. Der Ofen bollert.