Ein Sonnentag am Mont Saint Michel

Morgens, wenn der Michel noch schläft ist es am schönsten denn es ist die einzige Zeit an der man noch etwas Ruhe findet bevor der Massenansturm beginnt. Deshalb wollen wir die Stille weitergeben und nur ein paar Fotos vorstellen.

(Wenn ihr auf das erste Bild klickt öffnet sich die automatische Diashow)

Der Mont Saint Michel

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Der Mont Saint Michel
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Die kleine Kapelle auf dem Mont Saint Michel
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Lichter für die Liebe, Lichter des Friedens, Lichter des Gedenkens, Lichter der Ruhe.
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Im Jahr 2000 war solch ein Foto noch direkt vom Wohnmobil aus machbar
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Paula 2000 unter dem Heck unseres alten Wohnmobils
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Der Damm und der Parkplatz bei Flut im Jahre 2000
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Nur noch eine Brücke, kein Parkplatz mehr, dafür aber auch kein Motorenlärm!

Heute Morgen wabert Nebel über die Seine und das Blau der Morgendämmerung legt ein kaltes aber friedliches Licht über das Tal und die aufgegangene Sonne verkriecht sich recht oft hinter den Wolken als wir zum Mont Saint Michel aufbrechen. Wir sind fast jedes Jahr hier solch eine Anziehungskraft hat der Felsen im Watt auf uns, ganz wie die Kräfte der Gezeiten. Es hat sich in den letzten Jahren ganz viel verändert denn der alte Damm ist verschwunden und nur noch eine Brücke verbindet den Mont Saint Michel mit dem Festland
Der Damm wurde 1877 errichtet. Durch dieses massive Bauwerk war der Flusslauf der Couesnant gezwungen nur im Westen am Michel vorbei zu fließen. Das führte dazu das der Felsen immer mehr verlandete. In den letzten Jahren wurde in einem riesigen Projekt der Damm wieder abgetragen. Jetzt verbindet eine Brücke den Felsen mit dem Festland und durch ein Sperrwerk kann Wasser aus dem Fluss Couesnant gezielt herumgeleitet werden. So werden die Sedimente der immerwährenden Gezeiten wieder in das Meer zurück gespült. Der Neubau hat natürlich zwei Seiten, denn früher konnten wir direkt vor den Toren parken und hatte so eine einmalige Kulisse aber es war bis spät Abends durch Motorenlärm unglaublich laut. Jetzt ist der Zugang touristisch perfektioniert und der Michel ist nur noch per Bus oder zu Fuß über die Brücke zu erreichen. Der Mont Saint Michel hat jetzt einen kleinen Teil seiner Ruhe wieder. Der Strom der Besucher ist schier unendlich und Menschenmassen drängeln sich durch die einzige Gasse von Nippesladen zu Nippesladen und von Restaurant zu Restaurant. Kurz unterhalb des Einganges zum eigentlichen Kloster befindet sich eine kleine Kapelle die wir jedes mal besuchen und Ruhe finden. Die Aussicht vom Felsen ist immer wieder einmalig schön, die Weite ist unglaublich und will einfach kein Ende nehmen. Von hier aus kann man wirklich bis in das Himmelsreich schauen und wenn man ganz viel Glück hat winkt einem ein goldener Engel entgegen.

Im neuen Outfit in den Süden

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Stellplatz in Wachtendonk
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Auf der handbetriebenen Fähre bei Wachtendonk
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In Bray Dunes am langen Strand
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In der Reifenwerkstatt in Dunequerke
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Ne richtige urige Werkstatt 🙂
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Mystisches Licht am Meer
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Die Saison ist vorbei
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Flut in Fort Mahon
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Der Poste de Secours (DLRG) ist noch besetzt
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Die Nacht kommt
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Ein „Absoluter“ auf der Seine Richtung Rouen
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Passt gerade so auf das Bild. 🙂

Es ist September und wir haben gehört das der Sommer vorbei sein soll, also packen wir schnell die Sachen und setzen uns Richtung Süd-Westen in Bewegung, wie immer in die Bretagne mit einer klitzekleinen Verlängerung auf die Iberische Halbinsel.
Zur Route gibt es nichts weiter zu sagen denn es ist die gleiche wie letztes Jahr obwohl wir in Frankreich über Lille fahren wollten haben wir doch wieder die längere Strecke über Calais genommen weil sie einfach viel schöner ist, denn hier können wir sehr oft auf den Ärmelkanal schauen und bis Calais sogar die englische Küste sehen. Unser erster Stopp ist Wachtendonk, ein kleiner Ort kurz vor der holländischen Grenze mit kleinen Fußwegen und einer reizvollen Innenstadt. Ausgeruht geht es am nächsten Tag durch Holland und Belgien nach Bray Dunes, den ersten Küstenort hinter der französisch-belgischen Grenze. Es ist gerade der zweite September, aber der Ort wirkt schon richtig ausgestorben, nur ein paar wenige Fresslokale haben auf und der Strandsand weht durch die leeren Straßen. Ein paar Tage vorher hat hier sicher noch das typisch französische Sommerleben stattgefunden. Weil einer der Zwillingsreifen platt ist fahren wir am nächsten Morgen nach Dunquerke (Dünkirchen) in eine Reifenwerkstatt, die aber auch nichts finden kann. Es wird also ein neues Ventil nebst neuer Verlängerung eingebaut. Bis jetzt scheint es dicht zu sein. Auf lange Strecke haben wir keine Lust und so landen wir in dem kleinen Küstenkaff Fort Mahon in dem es einen netten, nicht zu vollen und ruhigen Stellplatz gibt. Fort Mahon ähnelt ganz stark an Bray Dunes nur das die Häuser, die direkt an die Promenade gebaut sind, so richtig pottenhäßlich und ganz ohne Stil sind. Aber der Strand und die Dünen sind phantastisch und etwas mehr Leben regt sich hier auch noch. Das Herbstlicht und die frische Atlantikluft sind wundervoll, die Sonne zeichnet mit den Wolken ein einmalig magisches Bild am Himmel und lässt die Farbtöne wie Musik erscheinen, das Meeresrauschen untermalt das ganze Konzert zur Perfektion. Heute Morgen, nach einer wundervollen kalten Nacht, geht weiter an der Küste entlang bis Dieppe und dann direkt südlich bis La Mailleraye sur Seine. Leider ist es ab Mittag stark bewölkt und richtig frisch, der Kaltluftpropfen vom Nordmeer hat eine mächtige Ausdehnung, aber es soll wohl der kälteste Tag der Woche bleiben. Wir decken uns im örtlichen Supermarkt mit mit etwas Futter ein machen einen wundervollen Spaziergang an der Seine entlang, die gerade Flußaufwärts Richtung Paris fließt. Die Flut drückt das Wasser entgegen der Flußrichtung in das Land hinein. Das merken wir auch an dem regen Schiffsverkehr Richtung Rouen/Paris. Die Schiffe nutzen die umgekehrte Strömung. flußabwärts haben wir heute noch kein einziges Schiff fahren sehen, vielleicht kommen sie ja heute Nacht. Morgen geht es weiter zum Mont Saint Michel und wir sind gespannt wie weit die Bauarbeiten am ehemaligen Damm fortgeschritten sind.