Leben mit Sinn

Heike am Dreisprung

„Liebe Heike, du siehst meistens so entspannt und glücklich aus, das ist das erste, was mir an dir aufgefallen ist. Wie machst du das? Geht es dir immer gut? Und hast du nie Sorgen?!“

Diese Frage haben mir in letzter Zeit einige von euch lieben Menschen gestellt. Nie hätte ich gedacht, dass jemand sich für mein Leben interessiert. Das hat mich so berührt!

Mir ist gar nicht klar, wie ich auf andere Menschen wirke und ich staune total darüber. Vor allem hat mich diese Frage zum Nachdenken angeregt und ich habe mir sehr viele Gedanken darüber gemacht, was ich eigentlich brauche, um zufrieden zu sein und auch um pures Glück zu empfinden.

Jeder Mensch möchte inneren Frieden fühlen und glücklich leben. Darum geht es doch! Aber wie soll man das machen? Die Frage ist nicht in einigen Sätzen zu beantworten und natürlich hat jeder einen ganz anderen Weg dafür. Es sind auf jeden Fall ganz viele kleine Dinge, die zu meinem ganz persönlichen Glück und Frieden führen. Ich muss ein gutes Gefühl dabei haben, eben einen Sinn sehen. Darum soll es hier gehen.

Diese Blogbeiträge werden sehr persönlich und so bunt und vielfältig sein, wie mein Leben. Ich glaube ganz fest daran, dass es wichtig ist, das Leben ganzheitlich zu betrachten.

Auf keinen Fall bin ich ein besonderer Mensch, der mit einem Koffer voller Glück auf die Welt gekommen ist. Ich habe meine Zufriedenheit erst gefunden und das war ein langer Weg, der auch jetzt immer noch weiter geht und sich stetig verändert und erneuert, eben mein Weg des Lebens.

Friede sei mit Euch!

Kerzen

Welch kraftvolle Worte!

Wenn ich diese Worte höre, fühle ich mich so getragen und beschützt!
Frieden und Freiheit ist neben meiner Gesundheit für mich das Wichtigste und ich denke, dass viele von euch mir zustimmen.


Schaue ich in unsere wunderbare Welt hinaus, wird mir Angst und Bange. Oft fühle ich mich dann besonders hilflos, denn ich habe nicht wirklich eine Idee, was ich kleiner Mensch alleine für unser aller Frieden tun kann.

Berliner Mauer
Berliner Mauer und der Todesstreifen

Vor einiger Zeit hat Pfarrer Jens Schmidt von unserer altkatholische Kirche auf Nordstrand einen besonderen Friedensgottesdienst ausgerichtet, zum Gedenken an die schreckliche Zeit des Mauerbaues in Berlin am 13.August 1961.
Für Hans und mich war sofort klar, dass wir bei diesem Gottesdienst unbedingt dabei sein möchten.


Vielleicht hört sich das für den einen oder anderen etwas komisch an. Was hat der Mauerbau mit unserer heutigen Zeit zu tun und was bringt es überhaupt sich mit anderen Menschen zu diesem ganz speziellen Friedensgottesdienst zu treffen?

Mahnende Kreuze


Ich bin der Meinung, dass das Thema Mauerbau top-aktuell in unserer Zeit ist.
Wir bauen doch alle ständig Mauern, angefangen mit energetischen Mauern um uns herum, wir verschließen unsere Herzen und lassen keinen mehr an uns heran, um nicht verletzt zu werden. Wir sind Einzelkämpfer geworden und nicht mehr beziehungsfähig. und das bezieht sich nicht nur auf unsere direkte Partnerschaft sondern zeigt sich doch auf allen Ebenen.
Auch im Mauerbau aus Beton und Stahl sind wir Menschen sehr gut. Wir schließen unsere Grenzen und wollen uns abgrenzen.
Ist dass das was wir wollen?
Macht uns das glücklich?
Oder sind wir überhaupt in der Lage als Einzelkämpfer zu überleben?
1981 hat Udo Lindenberg dieses wundervolle Antikriegslied gesungen:

Wozu sind Kriege da.

(Der Link führt zu dem offiziellen Video auf You Tube, ihr verlasst also unsere Website)

Ich persönlich glaube ja, das das nicht möglich ist. Dafür gibt es viele Gründe, aber das wird vielleicht einmal ein anderes Thema.

Ich bin sehr froh, dass ich bei diesem ganz speziellen Friedensgottesdienst, der auch sehr meditativ war, dabei sein durfte, denn in dieser Zeit fühlte ich mich absolut verbunden mit allen Menschen, die mit der gleichen Absicht in diese schöne Kirche gekommen sind. Frieden zu fühlen, ist etwas ganz anderes, als nur darüber zu reden.

Es hat mich doch sehr gewundert, dass so wenig Menschen bei diesem Gottesdienst dabei waren, wo ist doch so ein wichtiges Thema ist.

Ich habe schon immer an den Frieden geglaubt

Ich wünsche mir viel mehr Friedensgottesdienste oder Friedensmärsche. Für unseren Frieden etwas zu tun, hat eine ganz andere Qualität als gegen den Krieg zu demonstrieren. Man muss sich nur einmal in die verschiedenen Situationen hinein fühlen.

Die Predigt von Jens Schmidt hat mir sehr gut gefallen und auch die stillen Momente dazwischen, wo jeder Gelegenheit hatte, sich in bestimmte Aussagen und Bilder hinein zu fühlen.

Auch das Stück Berliner Mauer, das Pfarrer Jens Schmidt mitgebracht hatte, einmal zu berühren und sich hinein zu fühlen, war wirklich etwas Besonderes.

Natürlich haben wir auch wundervolle Friedenslieder gesungen und jeder hatte die Gelegenheit eine Friedenskerze anzuzünden. Alles in einem, waren es wieder besondere Rituale, die mein Herz sehr berührt haben.

Ich wünsche mir, das es keinen Grund mehr geben möge, Friedenslieder zu singen.
Leider ist das Thema Frieden und Mauerbau gerade jetzt wieder sehr aktuell.

Lasst uns in den Frieden ziehen!

Wenn ihr den Link anklickt verlasst ihr unsere Website und gelangt zum offiziellen Video von Udo Lindenberg auf YouTube

Was ist für mich eigentlich so toll daran, in den Gottesdienst zu gehen?

Aus meiner ganz persönlichen Sicht. Aus der Sicht einer Christin, aber noch heimatlosen, jedenfalls was die Religionszugehörigkeit betrifft.

In meiner Kirche, ihr merkt schon ich spreche über meine Kirche, der altkatholischen Kirche auf Nordstrand, obwohl sie es offiziell noch gar nicht ist, haben die Gottesdienste stets ein ganz spezielles Thema, was natürlich ihren Ursprung in der Bibel hat. Gottesdienste haben zwar immer ein Thema aber bisher konnte ich es nie deutlich erkennen. Das ist hier deutlich anders!

Jetzt kann man vielleicht denken, was haben die alten Geschichten in der Bibel mit unserer modernen Welt zu tun? Ich würde sagen, sehr viel, wenn man genau hinhört.

Das letzte Thema war Bescheidenheit, Gott belohnt die Bescheidenen!

Irgendwie stehe ich persönlich mit dem Wort Bescheidenheit auf Kriegsfuß, da meine Mutter schon immer zu mir gesagt hat, Kind sei immer schön bescheiden, das war sie schließlich auch und ihr sei es immer das wichtigste, das erst die Anderen kommen und die Anderen glücklich sind.

Aber wie fühle ich mich dann, wenn immer erst die anderen kommen? Wenn ich als Kind und Jugendliche stets die Verwandtschaft und die Freunde meiner Eltern bedienen musste, ihnen das Essen gereicht habe, hinterher alles abgeräumt habe und selbst in der Küche gegessen habe.

Wenn so Bescheidenheit aussieht, möchte ich eigentlich nicht bescheiden sein.

Aber was ist denn Bescheidenheit?

Ich glaube, ich bin ein sehr hilfsbereiter Mensch. Ich kümmere mich gern um ältere Menschen oder um die die gerade Hilfe brauchen, wenn ich es möchte aber nicht wenn ich es muss.

Ich bin halbwegs bescheiden, wenn es um Verschwendung geht. Ich versuche so zu leben, dass alles in Maßen ist. Ja, ich glaube das ist für mich Bescheidenheit.

Ich muss mich einfach dabei gut fühlen, denn wenn ich so lebe, dass ich meine Selbstliebe in Bezug auf Bescheidenheit herunter gefahren habe, nützt es glaube ich keinen, weder mir selbst noch den anderen.

So ist das mit den alten, Bibelgeschichten und den Predigten. Sie regen mich zum Nachdenken an und das nicht nur für eine halbe Stunde , sondern für viele Tage. Das ist doch eine ganz tolle Sache! jetzt kann ich für mich selbst sehen, wo ich eigentlich zu diesem speziellen Thema in meinem Leben stehe. Außerdem kann ich mich mit anderen Menschen darüber austauschen.

Ich finde das weitaus sinnvoller, als meinen Kopf mit Gedanken zu füllen, die mir nicht zuträglich sind und die mich auf keinen Fall weiterbringen.

Ich sage es einmal so, es ist viel schöner über Love and Peace nachzudenken, als sich in einen Nachbarschaftsstreit hinein zu steigern. Love and Peace lässt mich wachsen und bei einem Streit, kann man ganz schnell zum Wurm werden.

Ich bin Dankbar für dieses wundervolle Thema „Bescheidenheit“ im Gottesdienst, denn es hat mich wirklich angeregt, meine eigene Bescheidenheit zu definieren.

Sechs Uhr Sonnenaufgangsmeditation

Als ich ein Kind war und scheinbar ein unlösbares Problem hatte, sagte meine Mutter zu mir, ich solle erst einmal eine Nacht darüber schlafen und morgen sehe die Welt wieder ganz anders aus.
Das hört sich auf den ersten Blick etwas einfach an, aber ich finde, bei vielen Dingen ist es wirklich so.

In der Bretagne, im Herbst ist es für uns ganz leicht die aufgehende Sonne über dem Meer zu begrüßen, wir gehen einfach aus dem Wohnmobil heraus und schauen auf das Meer und die Sonne. Meistens ist das zu unserer Frühstückszeit, denn in der Bretagne geht die Sonne eine Stunde später als bei uns auf.

Heute aber haben wir uns in einer kleinen Gruppe mit tollen Menschen am Süderhafen von Nordstrand schon um sechs Uhr morgens zu einer Sonnenaufgangsmeditation mit Pfarrer Jens Schmidt von der Altkatholischen Kirche getroffen.
Ruhig werden,
schon auf dem Weg zum Meditationsplatz,
ankommen und sich verankern,
mit den Füßen auf dem Boden,
bewusst auf den Atem achten
und wahrnehmen was ist,
mit allen Sinnen
die Gedanken ziehen lassen
die Geräusche wahr nehmen
und den immer heller werdenden Himmel betrachten
bis die Sonne leuchtend rot auf geht.
Der Tag ist geboren!
Was für ein Geschenk!
Welch eine Freude!
Zum Dank haben wir ein Begrüßungslied für die Sonne gesungen.
Für mich war diese Meditation ein besonderes Erlebnis.

Beendet haben wir unser frühmorgendliches Treffen mit einem gemütlichen und superleckeren Frühstück in der Natur mit dem Blick auf die Sonne, dem Wattenmeer, den Salzwiesen und den Schafen.

Frühstück nach Sonnenaufgang

Ein neuer wundervoller Tag ist wiedergeboren worden und die Probleme von Gestern sind nicht mehr so wichtig.

Die Morgensonne bewundern

Mein Strandkorbgespräch

Strandkorbgespäch

Tja, was jetzt wohl kommt???

Bei uns auf Nordstrand wird ganz Vielfältiges und auch Ungewöhnliches für Urlauber und natürlich auch für Einheimische speziell in den Sommermonaten angeboten.

Ganz bei uns in der Nähe ist der Theresiendom und dort steht ein Strandkorb. Jeder der möchte, egal von welcher Konfession oder auch ohne, kann dort am Donnerstag Nachmittag zu Pfarrer Jens Schmidt kommen und die Fragen stellen, die er schon immer einmal einem Pfarrer stellen wollte.
Wenn mir jemand vor zwei Monaten gesagt hätte, das ich dort einmal hin gehen würde….. Das hätte ich mir nicht vorstellen können.
Jedoch sind Hans und ich durch eine nichtkirchliche Veranstaltung im Theresiendom auf die ungewöhnliche bunte Altkatholische Gemeinde mit ihrem ebenso ungewöhnlichen Pfarrer aufmerksam geworden.
Sofort war mir klar, da gehe ich einmal hin, zu diesem Strandkorbgespräch. Es war ein heißer Donnerstag und ich war ehrlich gesagt ein wenig aufgeregt, als ich in dem Strandkorb Platz nahm aber das war wirklich nur ein kurzer Moment.
Pfarrer Jens Schmidt hat meine Fragen gerne und mit ernsthaftem Interesse in einer ganz lockeren aber auch liebevollen Atmosphäre beantwortet.
Nach kurzer Zeit fühlte ich mich dort wohl in diesem ganz besonderen Strandkorb am Theresiendom.
Es hat mich so inspiriert das ich gleich ein zweites mal dort war und es wird auch nicht das letzte Mal sein.

Und für alle Zweifler…. Nein, das Strandkorbgespräch dient nicht dazu, um neue Schäfchen einzufangen, sondern einzig und allein um uns Mitmenschen etwas Gutes zu tun und um vielleicht ein klein wenig von der Toleranz und Vielfältigkeit der Altkatholischen Kirche mitzugeben.

Der Theresiendom auf Nordstrand
Der Theresiendom auf Nordstrand