Spanien im Winter 2014 – Fazit Teil 2 – Die feinen Unterschiede

Liebevoll gepflegter Garten im Ebrodelta

Kommen wir jetzt aber erst einmal zu den Unterschieden der Länder. Frankreich ist ja bisher unser bevorzugtes Reisegebiet gewesen und Spanien ist immer noch etwas Neues, denn Frankreich kennen wir schon seit 1977.
Ja natürlich ticken die Spanier ganz anders als die Franzosen oder wir, wobei man ein Land natürlich nie über einen Kamm scheren kann. Die Südfranzosen an der Mittelmeerküste sind verschlossener, mürrischer und einfach viel unfreundlicher als zum Beispiel die Bretonen. In den 80er Jahren wurde uns oft noch das Schimpfwort für Deutsche, Boche nachgerufen, gedacht wird es heutzutage sicher auch noch. Eine Sache gefällt uns an Frankreich auch überhaupt nicht. Das Auto hat einen sehr hohen Stellenwert und Fußwege sind fast ausschließlich eine einzige Katastrophe. Die Franzosen erledigen anscheinend alles mit dem Auto und so stressig ist es natürlich auch als Fußgänger, weil ständig irgend jemand aus irgendeiner noch so mickrigen Gasse herausgeeiert kommt. Fußgängerbereiche die wirklich Autofrei sind kommen so gut wie nie vor. Und jetzt mal ganz unter uns, man sieht es den Franzosen an, denn sie sind in den letzten zehn Jahren unglaublich fett geworden. Ich meine auch gelesen zu haben das sie sogar mehr Fleisch als die Deutschen zu sich nehmen. Auch stehen sie mehr und mehr auf Fastfood. Schade, aber das Gourmetland Frankreich ist glaube ich zu einer Illusion geschrumpft. Im Vergleich zu den Spaniern, denn die sind wirklich richtig aktiv. Sie bewegen sich viel mehr und treiben auch aktiv sehr viel Sport. Ja, wenn man im Wohnmobil lebt bekommt solche Sachen hautnah mit. An den Promenaden laufen, gehen oder walken wirklich Scharen von Morgens bis Abends entlang. Man sieht es den Spaniern natürlich auch an. Die Spanier sind auch sehr offen, wogegen die Franzosen total zugeknöpft sind. Beim spazieren gehen, Radfahren oder wandern grüßt man sich freundlich mit einem netten „holla“. Es ist richtig Herzerfrischend. Auch die Hilfsbereitschaft ist viel ausgeprägter wenn man der spanischen Sprache nicht Herr ist und man kommt so viel einfacher an eine Lösung als in Frankreich.

Finca
Finca

Worauf man sich gefasst machen muss sind die Berge an Plastikmüll die in Südspanien durch die Gegend wehen ebenso die vielen illegalen Entsorgungsplätze mitte in den Ramblas, wo sich die Kloschüssel neben abgehauenen Fliesen, leeren Ölkanistern und dem Schulbuch des Ältesten wiederfindet Die Müllentsorgung ist in den letzten Jahren aber mehr als Vorbildlich geworden und ich möchte behaupten sie übersteigt den unsrigen Standards. Trotzdem nervt der massige Schutt und Plastikmüll der irgendwo hingekippt wurde. Aber mit der Zeit werden die Spanier das wohl auch hoffentlich in den Griff bekommen.
Die Polizeipräsenz ist in Spanien gewaltig und man hat das Gefühl die Polizeiwagen der Guardia Civil und der lokalen Polizei fahren um die Wette. Es ist so als lauert hinter jeder Ecke ein Ganove der aufgespürt werden muss. Dafür zeugen auch die Schilder an den Grundstücksgrenzen, die darauf hinweisen das die Objekte permanent überwacht werden und die vergitterten Fenster. Für mich macht es den Eindruck das die Spanier einen überzogenen Sicherheitstick haben. Wenn ich mir vorstelle das wenn ich aus dem Fenster schaue Stahlstäbe sehe, wird mir schlecht, da hilft es dann auch nicht das sie verziert sind.

Das "Illegale Hotel" El Algarrobico
Das „Illegale Hotel“ El Algarrobico

Und dann sind wir auch beim Thema Willkür und Korruption. Wildes campen ist eigentlich in jedem Land verboten. Das Campen beginnt in der Regel damit das man irgendetwas vor das Fahrzeug stellt, wie Stuhl oder Tisch. So kann es dann passieren das man selber nicht weggejagt wird, aber der Nachbar 10 Meter weiter nur weil er es seine Geranien draußen aufgebaut hatte. In Nationalparks wird man Nachts aber grundsätzlich verscheucht, wenn sie dann mal Lust haben oder der Bürgermeister stinkig ist. So kann es sein das man Tagelang an einem tollen Platz steht, dann aber die Polizei eine Weile jeden Tag aufräumt. Verlass oder Logik stecken dort nicht hinter. Tja und die Korruption lässt sich am Beispiel El Algarrobico sehr gut beschreiben. 2002 wurde mit einem gewaltigen Hotelneubau im Nationalpark Cabo de Gata Nijar begonnen. Greenpeace wurde darauf aufmerksam und der Weiterbau ist seit 2006 unterbunden. Der oberste Gerichtshof hatte sogar den Abriss der Anlage auferlegt. Jetzt ist es plötzlich als legal eingestuft worden und es wird wohl weiter gebaut. Wahrscheinlich wurden die Grenzen des Nationalparks ein paar Meter verschoben. So läuft das in Spanien. Verlass ist auf nichts! Ich könnte noch ein paar weitere Geschichten erzählen, aber das würde den Rahmen sprengen.

Farbenzauber
Farbenzauber

Die bebaute Küste, dafür ist Spanien ja auch bekannt. Das Gefühl scheint den Spaniern zu fehlen, das Gespür wann es mal Schluss sein muss mit dem zubetonieren und der sinnlosen Verstümmelung der Natur. Das juckt sie aber anscheinend wenig. Damit zurecht zu kommen fiel Anfangs doch recht schwer.
Ja, kritisieren ist einfach, die Spanier haben doch sicher irgendwo uns gegenüber Vorzüge? Ja, sie sind viel gelassener, das Autofahren bringt dort viel mehr Spaß und im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt herrscht im Grunde genommen keine Hektik. Es sind sehr liebevolle Menschen.

Spanien im Winter 2014 – Fazit Teil 1 – Die Vorbereitungen

Die einsame Muschel
Die einsame Muschel

Wir frieren hier in Norddeutschland jetzt wieder bei Regen und viel Wind. Allerdings müssen wir ja auch zu geben das der Winter eigentlich kein Winter war und unsere Nachbarn erzählten uns das sie dringend auf den Regen gewartet haben. Also, nicht meckern, das kalte und feuchte Wetter geht auch wieder vorbei. Nur das wir fast die ganze Zeit ohne Strümpfe und nur mit kurzer Hose oder Heike mit Rock umherlaufen konnten, das hatte Charme und das vermissen wir gehörig. Wir vermissen auch noch viel viel mehr. Aber der Reihe nach und ganz vorne anfangen.
Unser Freund Frank wollte ursprünglich, nach längerer Auszeit, wieder nach Spanien oder nach Marokko. Diese Länder hat er bereits in den 70er Jahren, als an einen Wohnmobilboom noch nicht zu denken war, bereist. Da wir 2013 erst im November wieder zu Hause eingetrudelt waren haben wir den Anschluss verpasst, denn Frank fuhr bereits Mitte Dezember Richtung Süden und wir müssen erst einmal mit unserer neuen Freizeitsituation zurechtkommen. Wir brechen also erst am 15. Januar, natürlich ohne Reisepass, denn an den hatten wir überhaupt nicht gedacht auf. Also nur nach Spanien, Marokko läuft ja auch nicht weg.

Frachter im Sonnenaufgang
Frachter im Sonnenaufgang

Es sollte für mich die zweite und für Heike die dritte Spanienreise werden. Heike war im Winter 2000/2001 mit Laster und wir gemeinsam im Frühjahr 2009 mit unserem Avalon bis nach Orgiva runter unterwegs. Diese Reise 2014, soll aber den ganzen Winter statt finden, das ist schon ein gewaltiger Unterschied, so dachten wir Anfangs, dem ist aber nicht so. Wenn man wie wir, schon seit Jugendjahren das Campingleben gewohnt ist dann ist auch eine Überwinterung im Süden nichts bahnbrechendes.
Technisch waren wir fast gut vorbereitet, für Mobiles Internet hatten wir uns über prepaid.es eine Simkarte für Hitsmobile zusenden lassen mit der wir auch überaus zufrieden sind, die Netzabdeckung ist wirklich hervorragend. Die Firma prepaid.es wickelt die Bestellung der Simkarte für einen ab und sendet sie an den Heimatort. Ganz toll ist auch die Beschreibungen der Tarife und des Gebrauchs, die in deutsch verfasst sind. Auch die Telefongesellschaft Hitsmobil ist sehr Kundenfreundlich, und sogar mit deutscher Hotline.

Malerische Küstenformation
Malerische Küstenformation

Mit dem Gas hatten wir uns das etwas einfacher vorgestellt, denn in Spanien ist es verboten ausländische Gasflaschen füllen zu lassen. Eine spanische Gasflasche bekommt man aber nur mit einer in Spanien durchgeführten Gasprüfung für über 100 Euro. Nun ja, wir haben eine deutsche Flasche und eine französische, die wir kurz vor der Grenze nach Spanien noch einmal getauscht haben. Tatsächlich sind wir 13 Wochen damit ausgekommen. Wir brauchen das Gas ja auch nur zum kochen und zum Duschwasser erhitzen, aber das wir so lange mit 13 Kilo Propan auskommen hätten wir nie gedacht.

Luxus
Luxus

Strom ist bei 150 Watt Solarpanel und einem 24 Volt auf 12 Volt Ladebooster auch kein Problem gewesen und wir hatten keinerlei Engpässe. Hauptstromverbraucher ist natürlich der Kompressorkühlschrank gefolgt vom Notebook. Zum Glück hat jeder von uns Beiden ein Tablet zum surfen und so brauchen wir das Notebook eigentlich nur um die Blogberichte zu schreiben. Allerdings hat uns auch der neue Ladewandler (Ladebooster) von 24 auf 12 Volt von der Firma Amumot gute Dienste geleistet, da jetzt die Akkus beim Fahren auch wirklich zu 100% aufgeladen werden, gebrauchen tun wir ihn aber wirklich nur in Deutschland und Frankreich und ab und an zu Beginn in Spanien. Wir werden uns trotzdem  noch zwei 110 Watt Solarpanel zusätzlich installieren, um auch hier im Norden besser über die Runden zu kommen.

Seltsame Pflanzen
Seltsame Pflanzen

Weitere besondere Vorräte brauchen wir auch nicht mitzuschleppen, denn es gibt auch alles in Spanien und Obst, Gemüse und selbst das Fleisch ist dort sowieso viel besser als hier. Ja genau, die Versorgungslage hat sich seit 2009 auch drastisch verbessert. Im Nationalpark Cabo de Gata hatten wir 2009 lange Gesichter gemacht weil es kaum Einkaufsmöglichkeiten gab und wir uns zudem auf einem Supermarktparkplatz in Almeria völlig festgefahren hatten. Jetzt haben wir einige gute Einkaufsmöglichkeiten gefunden. Für uns Deutsche ist es natürlich ein Highlight die zahlreichen Lidl’s zu besuchen, die fast alle eine Brotabteilung haben die auch ganz tolle Brötchen und sehr leckeres Brot anbieten. Für die lokalen Bäcker sind die Discounter natürlich ein herber Schlag, aber wir sind nun einmal ein Brotland und wir kaufen nur dort das Brot wo es auch unseren Vorstellungen entspricht. Trotzdem haben wir schon mit bedacht auch die kleinen, lokalen Geschäfte mit unseren Einkäufen zu bedenken, denn sie sind noch eine Perle Spaniens, während man bei uns so kleine Höker nicht mehr findet. Genau so verhält es sich mit de vielen Ferretarias, den Eisenwarenhökern. Bei uns sind sie fast ausschließlich verschwunden und uns bleibt nur der teure Weg in die einseitig bestückten Baumärkte. Wenn ihr mal nach Spanien kommen solltet dann schaut unbedingt mal in eine Ferreteria hinein und fühlt euch in die 70er Jahre bei uns hineinversetzt.

Fischerboot auf Landgang
Fischerboot auf Landgang

Als Camper, im Gegensatz zu dem Hoteltouristen ist man viel mehr mit den Grundbedürfnissen konfrontiert. Ich meine damit zum Beispiel das Trinkwasser und die Klo und Abwasserentsorgung. In Spanien gibt es nur ganz wenige richtige Wohnmobilstellplätze an denen eine Ver und Entsorgung möglich ist. Wir müssen also schauen wo wir das Trinkwasser her bekommen. Die Wohnmobilisten sind dabei sehr erfinderisch und nutzen so jeden öffentlichen Zapfhahn ganz ungeniert und ein reges Treiben mit Gieskannen und Kanistern findet dort den ganzen Tag lang statt. Das Klo wird einfach in einen Kanal entsorgt. Den entsprechenden Kanaldeckel findet man meistens an dem Bänzel das dort zum öffnen befestigt ist. Die Stadt Santa Pola allerdings hat die Kanaldeckel zuschweißen lassen weil das Entsorgen einfach Überhand genommen hatte und der Gestank den Anwohnern in die Nase stieg. Kein Wunder, denn so richtig weggespült wird das Zeugs ja nicht und das müffelt natürlich anständig. Da versteh ich die Spanier auch nicht, denn Ver.- und Entsorgungsstellen zu errichten kann ja kein großer Aufwand sein und die paar Euros kann der Wohnmobilist dann ja auch für den Gebrauch der Stationen aufbringen. Na mal sehen was die nächsten Jahre so bringen, allerdings gibt es auch schon mehr richtige Stellplätze die aber auch meistens sehr überfüllt sind genau so wie die Campingplätze. Ja genau, die Campingplätze, wir wären gerne mal auf einen raufgegangen, aber bei fast allen hat es uns die Sprache verschlagen, denn sie sind vollgestopft bis auf das letzte Loch und man steht dort sehr eng wie in einer Ölsardinenbüchse. Und der ultrahohe Preis für eine oder zwei Übernachtungen ist dann schon unakzeptabel. Allerdings haben wir abseits der Küste, in Orgiva ganz toll auf dem örtlichen Campingplatz residiert. Er ist wirklich ein kleiner Traumcamping und steht im krassen Gegensatz zu denen an der Küste.

Wäscherei in Almerimar
Wäscherei in Almerimar

Waschen müssen wir natürlich auch und da wir so gut wie nie auf einem Campingplatz stehen bleiben die Waschcenter, oder noch besser Wäscherein, denn hier bekommen wir die Wäsche Schrankfertig ins Auto. Den etwas höheren Preis nehmen wir dafür gerne in Kauf.
Kommen wir jetzt zu dem sehr wichtigen Themas Trinkwasser. Für die Trinkwasseraufbereitung haben wir im Wohnmobil einen speziellen Wasserfilter der uns bisher gute Dienste geleistet hat. In Frankreich konnten wir jedes Wasser aus der Leitung zum trinken benutzen, selbst mit dem Chlor wurde er bestens fertig. In Santa Pola muss aber irgendetwas in dem Wasser drin sein was richtig bäh ist. Man schmeckt es nicht, aber der Körper reagiert mit Schlaffheit und Müdigkeit. Nach der Umstellung auf Flaschenwasser ist wieder alles o.k. Ich würde gerne mal wissen was das für ein Zeugs ist was die da bei mischen., riechen tut es nur nach Chlor. In allen anderen Fällen hat uns der Filter aber brav frisches Trinkwasser geliefert.

Naranjas aus Orgiva
Naranjas aus Orgiva

Mehr an Vorbereitung bedarf es eigentlich nicht und zum Glück sind die Zeiten vorbei in denen 10 Kleinbildfilme für 4 Wochen reichen mussten. Aber wird heutzutage nicht etwas zu wild durch die Gegend geknippst? Ja, genau kurz noch das Thema fotografieren. Wir haben Beide eine kleine Digitale von Medion für die Westentasche. Meine hat aber leider fast den Geist aufgegeben. Heike hatte sich zusätzlich noch eine Samsung WB800F im etwas höheren Preisniveau gegönnt. Wir haben bestimmt 90 Prozent der Fotos mit dier kleinen handlichen Kamera geschossen. Meine Minolta Spiegelreflex habe ich nur zu ganz besonderen Themen herausgekramt. Der Grund dafür ist allerdings das ich immer noch kein passendes „Beutelchen“, das auch beim Wandern gut zu handeln ist, gefunden habe. Die Bildunterschiede zur Kompaktkamera sind wirklich sehr groß, aber das Handling steht doch im Vordergrund. Trotzdem sind wir von der kleinen Samsung vollauf begeistert.

Wieder zu Hause

Tja, es ging schneller als wir dachten, aber das schlechte Wetter hier oben lädt ja auch nicht gerade zum verweilen ein. Also sind wir vorgestern über Luxemburg bis Bitburg gefahren und haben dort auf einem ehemaligen Flugplatzgelände der amerikanischen Truppen, das jetzt aber Gewerbegebiet ist, übernachtet. Leider ist unser Erkundungsspaziergang ziemlich ins Wasser gefallen, aber es war eh so kalt das wir den Dieselofen anmachen mussten. Eine ganz neue Erfahrung nach ein paar Monaten ohne zu heizen in Spanien! Auf jeden Fall konnten wir dort sehr gut schlafen und der Wecker bimmelte schon früh, weil wir noch etwa 600 km vor uns hatten. Die  vorletzte Etappe, die zur letzten Etappe wurde, verlief reibungslos, bis auf einen fetten Stau bei Bremen und natürlich bei Hamburg, wie immer.
Jetzt haben wir bereits einen Tag zu Hause hinter uns gebracht und erfreuen uns an den schönen Sachen die unser etwas verwildeter Garten zu bieten hat. Unser Wohnmobil haben wir heute auch schon geschruppt, denn er soll so schnell wie möglich in unsere Lieblingswerkstatt damit der Simmering am Kardanwellenflansch gewechselt wird und irgendwie haut das mit der Kupplung auch noch nicht hin, ich habe so den Verdacht das auch der Nehmerzylinder einen weg hat, obwohl der erst ein paar Jahre drin ist. Wenn es kalt ist dann bleibt das Pedal oft hängen, aber wenn der Motor warm ist ist es vorbei. Der Nehmerzylinder sitzt ziemlich dicht am Hosenrohr (Auspuff) und wird so ja schnell warm. Ertklären kann ich es mir anders nicht.
Morgen geht es dann an das Großreinemachen drinnen. Wir werden wohl eineige Pfund Sand und Staub zusammenkratzen und der Staubsauger bekommt ordentlich was zu futtern.
Leider gehen auch so langsam unsere Naranjas (Orangen) und die Limóns (Zitronen) zur Neige. Aber dafür haben wir hier reichlich Grünzeugs vor der Tür. Das haben wir in Südspanien doch sehr vermisst. Und was sagt uns das? Es kann überall schön sein, man muss nur aufgeschlossen sein und ohne Vorurteile darauf zu gehen.

Schon weit im Norden Frankreichs

Ja so schnell geht es. Gestern Morgen waren wir noch am Mittelmeer und heute bereits in Luxeuil les Bains. Na gut, ihr kennt diesen bedeutenden Ort nicht? Dann schaut mal zwischen Besancon und Nancy, direkt an der N57 ist er gelegen. Aber erst einmal schön der Reihe nach. Gestern in Les Saintes Maries de la Mer, war uns bis zum Schluss nicht klar, ob wir die Nationalstraße an der Westseite der Rhone oder die teure Autobahn fahren sollen. Es standen Fahrzeiten von 3 Stunden und x Minuten und 5 Stunden und x Minuten gegeneinander. Letztendlich sind wir aber doch auf die Autobahn rauf weil das Verkehrsaufkommen wegen der Ferien irgendwie schon recht chaotische Züge angenommen hatte. Kurz vor Vienne wollen wir dann in einem kleinen Ort noch einmal einkaufen und, wenn wir eine günstige Tankstelle finden, auch noch Diesel bunkern. Die Autobahnabfahrt runter, an der Mautstelle stecke ich das Ticket in den Blechautomaten, aber das Teil spuckt das Ticket wieder aus! Nach drei weiteren vergeblichen Versuchen betätige ich den roten Knopf und es meldet sich ein netter junger Mann. Ich sage ihm das das Ticket nicht funktioniert und er fragt mich nach irgendeiner Nummer. Es dauert bis ich es geschnallt habe das er die 135-Stellige Nummer, wahrscheinlich ein SAP-System, meint. Das klären wir dann auch schnell und schwupps steht auf dem Display dann plötzlich 5,80€, er fragt ob es jetzt gehe, ich freu mich natürlich und bezahle gerne diesen äußerst günstigen Tarif. Normal wäre es etwa das zehnfache gewesen! Im Ort bekommen wir schön was eingekauft und der Sprit läuft bei 1,25€ natürlich auch gerne in die Tanks.
Übernachtet haben wir nördlich von Lyon bei einem Vogelpark in Villars les Dombes. Ab hier geht es jetzt auf der Nationalen weiter. Zum Ausschlafen ist es ein ganz guter Platz, aber die nahe Nationalstraße dröhnt unablässig außerdem regenet es ist und das finden wir überhaupt nicht lustig!
Tja und jetzt sind wir in Luxeuil les Bains auf einem recht geräumigen Platz in der Nähe eines Sees. Wie der Name schon sagt handelt es sich um ein Bad und so ist auch der Charakter des Ortes mit vielen alten Hotels und Brunnen und viel Wasser. Es ist wirklich schön hier und das Thermalbad werden wir in Zukunft, sicher einmal aufsuchen.

Les Saintes Maries de la Mer einmal von einer anderen Seite betrachtet

Die Camargue ist ja allgemein bekannt als die letzte Gegend Europas in der es noch wilde Pferde gibt, ach ja natürlich auch Torros (Stiere), rosa Störche (Flamingos) und die lieben kleinen Tierchen, die Mosquitos die einem den letzten Nerv rauben können. Ach ja, da gibt es ja noch den Mistral, ein eisiger Nordwind der einem zusätzlich zum Nerv auch noch den Verstand rauben kann. An Fahrradfahren ist kaum zu denken, aber wir wollen auf jeden Fall, und finden auf dem Garmin mit OpenStreetmap einen tollen Weg außen um die Stadt herum, und so gewinnen wir eine ganz andere Sichtweise zu diesem rummligen Touristenort.
Der Weg führt an Kanälen und Wegen vorbei an den typischen restaurierten Cabanes (Hütten)
Weiter geht es auch an vielen Reiterhöfen die sich einer großen touristischen Beliebtheit erfreuen, denn an uns ziehen einige Reitergruppen vorbei.
Les Saintes Maries de la Mer ist auch bekannt durch die Wallfahrt der Zigeuner im Mai zu Ehren der schwarzen Sarah. Aus der Zeit als man noch mit Pferd und Wagen durch die Lande zog stammen auch die Roulottes (Zigeunerwagen). Hier finden wir sie noch vereinzelt, aber leider nur als Verzierung des Vorgartens.
Zum Abschluss, bevor es durch die Stadt zum Campingplatz geht, kommen wir an die Petit Rhone, ein Nebenfluss der Rohne die westlich von Les Saintes Maries de la Mer in das Mittelmeer einmündet. Hier ist ein drolliger kleiner Hafen mit ein paar neueren Schiffen, aber auch Einigen denen das Wasser bis zum Halse steht und die dem nahen Schiffstod in die Augen sehen.
Und zu guter Letzt besucht uns noch ein stattlicher Graureiher, die früher einmal richtig selten waren und wir Luftsprünge unternahmen wenn wir einen gesehen hatten.