In den Pyrenäen

Roncesvalles001Wir haben heute Nacht in dem kleinen Örtchen Almazan übernachtet, morgens einen schönen Spaziergang gemacht und noch einen Beutel Naranjas (Orangen) ergattert.
Auf einer ziemlichen Gniedelstrecke (kurvig und bergig) sind wir heute Abend in Roncesvalles eingetrudelt.
Roncesvalles ist bekannt als Station des Pilgerweges nach Santiago de Compostella und besteht hauptsächlich aus dem Augustinerkloster. Es ist erstaunlich was hier so los ist, Menschen aus aller Welt mit Rucksack und Wanderstab. Für mich wär das nichts, Pilgern stell ich mir etwas stiller und einsamer vor als in solch einer Horde.

Morgen oder übermorgen werden wir nach Frankreich rüberwechseln und dann wohl nicht mehr online sein. Leider können wir die 5GB Option nur zu Anfang des Monats buchen, dann sind wir aber schon wieder zu Hause. Also nicht traurig sein wenn hier Ebbe ist. 😉

Richtung Norden

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Auf den Spuren von Don Quixote
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Unter den Windmühlen
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Frühlingsfarben

Jetzt geht es auch für uns zurück in den Norden. Es waren wundervolle 7 1/2 Monate und wir freuen uns auf das Frühjahr und den Sommer in Norddeutschland. Fahrrad fahren, Currywurst/Pommes bei Bernd Graf am Meldorfer Spiecherkoog müffeln und sonst lustigen Unsinn treiben. 🙂
Wir stehen heute in Puerto Lapice südlich von Madrid und haben hier noch mit den Windmühlen gekämpft. 😉

Das besondere Olivenöl

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Benizalte und Sortes
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Chris Stewart auf dem Stand La Flor de La Alpujarra
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Der englische Schriftsteller Chris Stewart
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Olivenbaum im Abendlicht

Bisher war mir Öl immer ziemlich egal, hier meine ich natürlich das Speiseöl. Tja, liebe Hobbyschrauber, das ist leider kein Artikel der sich um Viskositäten oder sonstige Eigenschaften eines Schmierstoffes für Verbrennungsmotore dreht.
Im laufe meines Lebens hat sich die gesellschaftliche Einstellung zu Speiseölen und Fetten ein paar mal total gedreht. Für die Kriegsgeneration war „Fett“, wie man so schön sagte, eine der Nahrungsgrundlagen, die mich als Kind noch lange begleitet hat. Dann kamen fettige Speisen ganz aus der Mode, weil sie direkt das eigene Fettgewebe aufbauen sollten und zudem auch zu gesundheitlichen Problemen führen konnten. Jetzt sind hochwertige Öle aber wieder total in weil sie, wie die moderne Ernährungsforschung herausgefunden hat, sogar lebensnotwendig sind.
Kurzum, raus aus den Kartoffeln, rein in die Kartoffeln wie man so schön sagt, nächstes Jahr wird Öl vielleicht wieder verteufelt weil……
Wer uns kennt der weiß das wir viel Grünzeugs futtern, nicht das wir Vegetarier sind, aber es schmeckt uns in roher Form eben besonders gut und dazu gehört ja auch eben Öl. Also haben wir bisher möglichst Bioolivenöl extra virgen verarbeitet. Also kaltgepresst und nicht irgendwie wärmebehandelt. So weit so gut, aber das Olivenöl geschmacklich zu unterscheiden ist konnte ich mir nicht vorstellen, bis wir auf einer kleinen Verbraucher.- und Handwerkermesse in Orgiva waren.
Orgiva und die Alpujarras sind bekannt für die besten Olivenöle Spaniens und hier gibt es auch eine Kooperative, La Flor de La Alpujarra, die das Öl herstellt und auch vermarktet. Es gibt zwei Sorten, das Öl „Benizalte“ ist ein Bioprodukt und Sortes wird aus den Oliven der Landwirte gepresst die sich in der Umstellung zu Biobetrieben befinden. Auf dieser Messe war also auch ein Stand der Kooperative auf der Chris Stewart, ein bekannter englischer Schriftsteller, höchstpersönlich die Öle präsentierte. Seine Oliven werden dort übrigens auch verarbeitet. Ich persönlich halte nun mal gar nichts von solch einem Getue, sei es nun ob es sich um Wein dreht oder etwas anderes kulinarisches. Mir schmeckt fast alles und das auch noch fast immer. Nun ja, hier konnte ich mal ordentlich den Gourmet heraus hängen lassen und stippte vorsichtig, mit wichtigem Gesichtsausdruck, ein Stück Weißbrot in die beiden Öle und ich war richtig überrascht das ich tatsächlich einen anderen Geschmack feststellen konnte. Öl scheint doch nicht Öl zu sein. Das allerbeste ist das Heike keine Probleme mit den fettigen Speisen hier in Orgiva hat. (fast alle Restaurants verarbeiten die Öle aus der Kooperativen). Bisher hatte sie teilweise sehr heftig darauf reagiert.
Bei uns kommen jetzt nur noch die beiden Sorten Öl auf den Tisch, oder auch welche die aus einem uns bekannten Betrieb hier um Orgiva stammen, die selber pressen.
Das Olivenöl könnt ihr auch in Deutschland beziehen:
Alpujarra Olivenöl

Viel Spaß beim Ölwechsel! 🙂

 

Nach dem Regen

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Neuschnee in der Sierra Nevada

Es ist verdammt trocken, das sagen sie alle hier, auch die Einheimischen.
Gestern Nachmittag und Nachts hat es endlich mal zeitweilig gut geschüttet. Etwa 31 Liter sollen herunter gekommen sein. Leider ist das Hauptregenband im Dunkeln über uns hinweg gezogen, denn ich hätte mir das kleine Spektakel gerne live angesehen.
Heute Morgen hat uns kurz vor dem Sonnenaufgang der aufgehende Mond begrüßt und beide verkünden einen wundervollen Tag, die Sierra Nevada sind in ein neues Weiß gehüllt.
So schleich ich mich, etwas schlaftrunken, heute Morgen zum Rio Guadalfeo hinunter. Der Wasserstand ist tatsächlich von plätschernd auf rauschend angestiegen und das vordem klare Wasser ist jetzt erdigbraun. Dramatisch ist es nicht, weil die 31 Liter Regen eben nicht genug ist, aber immerhin ist der Boden gut durchnässt. Sehr lange wird es wohl nicht reichen. Dafür ist die Luft wunderbar frisch und irgendwie staubfrei.

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Das Wollknäuel

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Das Wollknäuel
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Wieder bei Mama
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An der Milchbar „schrauben“

Wir schlendern ganz gemütlich den „Olivenweg“ hier in Orgiva hoch und genießen das Vogelgezwitscher, die blühenden Orangenbäume und natürlich die uralten Olivenbäume.
Ein paar Hunde lümmeln auf der Straße rum, was ja nichts besonderes ist, und beäugen uns misstrauisch. Dann hören wir ein fiepen aus der trockenen Acequia, einem Wasserkanal zum bewässern der  Felder. Da guggen uns doch zwei hilflose Augen an! Ein brauner, plüschiger Welpe. Die Vorderpfoten sind oben und der Rest kommt unter hundischen Anstrengungen nicht mehr hinterher. Ich befreie das arme Tier aus der misslichen Lage und werde dabei genau von der Mutter beäugt, die sich in einem gewissen Abstand hält. Der kleine Kerl saust sofort zur Mutter und bedient sich erst mal an der Milchbar.
Heike sagt gleich „komisch, nur ein Welpe, die anderen…..“.
Jedenfalls sind alle zufrieden und als wir weiter gehen steppt das Wollknäuel doch, wie sollte es auch anders sein, hinter uns her. Auch nachdem wir die Geschwindigkeit anziehen klebt er an unseren Fersen. Wir reden auf ihn ein das er sich doch wieder zu seiner vierbeinigen Milchbar begeben möchten, vergessen dabei aber wohl das er kein deutsch kann. Zum Glück kommen gerade in dem Moment zwei Radfahrer um die Ecke und die scheinen viel interessanter zu sein. Er saust hinter den Beiden hinterher, genau in die Richtung der Milchbar.
Wir hoffen das es ihm einmal gut ergeht und das er sein kleines Leben mitten auf dem Weg lange genießen kann.