Ich stand da und konnte es nicht begreifen.

Ich stand da und konnte es nicht begreifen

Ein grüner Frosch und eine gelbe Ente im Ahrtal

Eines Tages, es ist gar nicht so lange her, sahen wir auf Facebook einen mit Schlamm verschmierten Flügel auf der Seite unserer Freundin, ganz ohne Kommentar. Das kann doch gar nicht sein dachte ich, denn die Freundin wohnt in Köln und die Flutkatastrophe im Ahrtal liegt noch eine kleine Ecke weiter südlich. Heike nahm sofort Kontakt mit ihr auf und so erfuhren wir, dass sie bei Ihrer Mutter in Bad Neuenahr ist und das ihr Haus bis knapp unter das erste Stockwerk überflutet war.

Wir baten sofort unsere Hilfe an, aber sie meinte das es ihnen, den Umständen entsprechend, gut geht, dass das Haus nicht zerstört ist aber es muss unbedingt schnell getrocknet werden. Sie hatte sich schon über Bautrockner informiert und hatte schnell begriffen das Eile geboten ist, denn sie waren bereits zu dem Zeitpunkt Mangelware.

Nun, wir hatten mit Bautrocknern eigentlich nichts am Hut, bis dahin, das sollte sich also bald ändern. Wir schauten als erstes bei Ebay-Kleinanzeigen und da sprang uns solch ein Gerät förmlich auf den Präsentierteller. Nach etwas Recherchearbeit war uns klar, dass es ein guter Preis war, den der Verkäufer da veranschlagt hatte. Ein kurzes Telefonat reichte und ich gab ihm eine verbindliche Zusage. Gleich am nächsten Tag machten wir uns auf die Reise nach Timmaspe zwischen Nortorf und Neumünster. Der nette Verkäufer gab uns auch einen großzügigen Nachlass als er hörte das er in der Katastrophenregion seinen Dienst verrichten soll. Vielen Dank an dieser Stelle noch mal. Wir verzurrten das doch recht große Gerät am Beifahrersitz, weil so ein Freizeitmobil keine vernünftigen Zurrpunkte hat und so ging die Fahrt zurück nach Nordstrand.

Heike hatte sich schon am Tag vorher Gedanken über die Finanzierung gemacht und als wir wieder zu Hause waren begann sie unsere Freunde anzusprechen und um eine Spende zu bitten. Und so bekamen wir tatsächlich 50% des Kaufpreises zusammen und das fühlte sich sehr Stimmig an. Vielen Dank an unsere alten Freunde und die Kirchengemeinde der Alt-Katholischen Kirche auf Nordstrand!

Gedanken mussten wir uns jetzt natürlich auch um den Transport nach Bad Neuenahr machen. Der herkömmliche Versandweg fiel wegen der Gerätegröße aus, es blieb eigentlich nur noch eine Spedition aber die Lage da unten war einfach zu unübersichtlich und wir hörten von Lieferungen die angeblich nicht zustellbar waren. Außerdem wollten wir natürlich sicher sein, dass der Bautrockner auch wirklich bei unserer Freundin ankommt.

Wir verfolgten die täglichen Neuigkeiten dort unten fast ausschließlich über Markus Wipperfürth auf Facebook, denn es kristallisierte sich bereits schon lange vorher heraus das sich dort bei ihm eine Art Hilfezentrale entwickelte. Die ersten Hilfstrupps der Hilfsorganisationen aus Schleswig-Holstein waren bereits auf dem Weg in das Krisengebiet und so kam uns das wir einfach mal bei der Feuerwehr Nordstrand nachfragten ob eine Transportmöglichkeit bestehen würde. Die Einheiten waren aber leider schon auf dem Weg und die Zeit verrann uns unter den Füßen. Außerdem, unsere Freundin und ihre Mutter dachten bereits wieder an das Aufgeben, kamen ein paar Engel einer Baptistengemeinde zu unserer Freundin und boten ihre Hilfe an. Am nächsten Tag standen 8 Fachleute in der Wohnung und begannen den Putz ab zu klopfen

Also beschlossen wir uns am Samstag ganz kurzfristig, dass wir am Montag darauf mit unserem Bulli selber herunterdüsen. Jetzt gingen uns so viele Dinge durch den Kopf, Heike kümmerte sich wie immer um das was wir für zwei Tage zum Leben mitnehmen müssen und ich baute schnell noch vier Haltepunkte im Fahrzeug ein damit der Bautrockner auch sicher feststeht, ja und dann noch die Bedienungsanleitung ausdrucken, die Bescheinigung unserer Freundin das wir auch direkt zu ihr herunterkommen und so Vieles mehr war zu bedenken. Todmüde fielen wir zu Bett und die vielen Gedanken wollten nicht verstummen aber irgendwann sind wir wohl doch eingeschlafen.

Und so begann am Montag die Reise zu einem ungewissen Ziel, denn wir hatten ja die ganzen grauseligen Bilder aus den Medien vor Augen und wussten nicht was auf uns zu kommen würde.

Und so begann unsere erste lange Reise mit dem Bulli.

Man sagt ja das es den Nordstrandern sehr schwer fällt über den Damm auf das Festland zu fahren und uns ging es gerade an diesem Tag genau so. Eine Autobahn gibt es in Nordfriesland nicht und die B5 ist schon eine Herausforderung aber wir waren das Reisen ja gewohnt und so kamen wir unserem Ziel immer näher und natürlich auch dem Feierabendverkehr in der Kölner Umgebung, der uns den sehr guten Reiseschnitt doch glatt versaute. Im Nachhinein war es aber wirklich gut so.

Google Maps als Navigation war in diesem Fall Gold wert, denn dort ist wirklich die aktuelle Verkehrssituation abgebildet. Unsere letzte Etappe leitete uns durch eine wirklich schöne Landschaft mit Wäldern und Obstanbaugebieten. Hier herrscht noch heile Welt.

Es wurde immer spannender und tausend Gedanken gingen uns durch den Kopf, werden wir runter zur Ahr durchgelassen? Wie ist der Plan B? Ist es vielleicht doch möglich von weiter Oben in der Stadt den Fußmarsch zur Wohnung zu machen?

Wir hatten irgendwie schon die Orientierung verloren, alle möglichen Straßen waren gesperrt und unsere Köpfe und Gedanken schwirrten nur so im Strom der Fahrt. Dann waren wir auf einem großen Kreisel an den ich mich auf Google Maps erinnerte und so kamen wir langsam aber sicher immer weiter herunter in Richtung Ahr.

Das Bild hatte sich schon komplett verändert wir fuhren an Plätzen vorbei die mit zerstörten Autos überfüllt waren, an provisorischen Schutthalden, eine Tankstelle war zerstört, der Dreck auf der Straße nahm immer mehr zu aber was am unheimlichsten war, war die Ruhe und die Leere in den Straßen. Ein alter Herr mit Stock und in Gummistiefeln irrte irgendwie die Straße entlang.

Es war irgendetwas zwischen 18:00 und 19:00 Uhr und so hatten wir freie Fahrt, denn vorher hätten sie uns wohl nicht durchgelassen. Wir schauten in eine Seitenstraße und sahen ein zerstörtes Auto am Straßenrand ohne das wir wussten das es das Auto unserer Freundin war. Es hatte sich bei der Flut wohl einen Weg weiter höher in einen Garten gesucht aus dem es gerade geborgen wurde.

Die Navigationsstimme sagte: biegen Sie jetzt in die Eichendorffstraße ein, ich konnte es gar nicht fassen das wir schon angekommen waren. Fahren konnten wir nur im Schritttempo, weil dieser Schlamm so verdammt glitschig ist und plötzlich standen wir vor dem Haus, in Sandalen und rings um uns herum zentimeterhoher Matsch und aufgeräumtes Chaos. Wir zogen schnell Stiefel an und dann durften wir unsere Freundin nach über zwanzig Jahren wieder einmal in die Arme nehmen, uns fehlten in diesem Moment die Worte und die Tränen kullerten und so durften wir dann auch ihre liebe Mutter kennenlernen, in all diesem Chaos, in diesem Schlamm, in dieser verzweifelten Situation!

Ich stand da und konnte es nicht begreifen.

Ich stand auf der Straße vor dem Haus und blickte auf den Rosengarten im Kaiserin-Auguste-Park, es ist nur Dreck, Schlamm und Unrat geblieben aber ein paar Rosenblüten, die diese unglaubliche Flut überlebt haben, als wenn die Engel sie beschützt hatten, geben wieder Hoffnung, Hoffnung das es wieder voran geht und das Aufgeben keine Alternative ist.

Ich ließ es mir nicht nehmen einmal zur Ahr zu schauen, die jetzt wieder ganz friedlich in ihrem Bett dahinfließt. Ganze Uferbereiche sind zerstört, Kabel und Wasserleitungen sind freigelegt und dort wo sie sich festkeilen konnten haben sich Äste und ganze Baumstämme verkeilt. An dem jenseitigen Ufer das Peter-Joerres-Gymnasium, es sieht nicht gut aus.

Ein Trecker brummt vor dem Park und holt einen vollen Container mit dem was die Menschen aus ihren Häusern herausgeholt haben. Sonst ist fast nichts zu hören, kein Autoverkehr, keine fröhlichen Stimmen von Spaziergängern im Park, nicht einmal an Vogelstimmen kann ich mich erinnern.
Ich bleibe nicht lange am Ufer, ich kann den Anblick einfach nicht ertragen und ich will natürlich auch die kurze Zeit nutzen um etwas Mut zu spenden.

Unsere Freundin erzählt was sie gesehen und erlebt hat als das Wasser kam, was alles in den Fluten vorbei schwamm und dann diese Angst, diese grausamen Geräusche, diese Ungewissheit ob sie dieses Inferno heil überleben werden. Das Garagentor war herausgerissen und der Inhalt wurde fortgespült, der Öltank im Keller schwamm auf und die Zulaufrohre wurden abgerissen aber das Haus hat es überstanden, auch wenn die Schäden groß sind, sie sind zu reparieren.

Sie erzählte uns auch von der unglaublichen Solidarität der Helfer, von wildfremden Menschen die ihre Hilfe anbieten, die etwas zu essen bereiten, die für das Nötigste sorgen, denn sie können noch so viel am Wasserhahn drehen, da kommt kein Wasser, auch kein Licht will die Zimmer erhellen, es gibt keinen Strom, außer von den Aggregaten und ich denke die Kanalisation wird auch nicht in einem brauchbaren Zustand sein, bringt auch nichts, weil nichts zum Spülen da ist.

Wie kann man in diesem ganzen Chaos eigentlich noch Mut fassen? Ich weiß es nicht? Ich bin immer gut behütet durch das Leben gekommen und das größte Chaos war für mich die Schneekatastrophe die ich miterlebte als ich gerade meine Ausbildung abgeschlossen hatte. Wir hatten immer Strom, immer fließendes und sehr gutes Wasser, immer ein warmes Nest in dem wir geborgen unser Leben verbrachten und jetzt konnte ich mit eigenen Augen sehen, was es heißt so viel zu verlieren, vor Trümmern zu stehen und vielleicht auch jemanden Liebes verloren zu haben, von jetzt auf gleich. Der Mut kommt auch von diesen vielen kleinen Engeln die helfen und genau im richtigen Moment erscheinen, wenn man schon fast am Aufgeben ist. So können die Menschen wieder Mut fassen, Mut zum Leben, Mut um in die Zukunft zu blicken, Mut weiter zu machen.

Genau solche Engel kamen auch noch die schlammüberzogene Straße langgefahren, Freunde die ihr Auto auch mit einem Bauentfeuchter beladen hatten. Auch sie hatten solch ein Gerät über Spenden kaufen können und so stehen jetzt der grüne Frosch und die gelbe Ente im Haus und verrichten ihre Arbeit!

Die Zeit verlief im Fluge und wir waren so gesättigt von dem Erlebten, von den Bildern, von der Wiedersehensfreude in diesen wirren Tagen, das der Abschied kam. Wir haben hoffentlich ein klein wenig Hoffnung gebracht und Zuversicht in die Zeit des Wiederaufbaus, des Neubeginns.

Wir fuhren wieder hinauf mit dem Ziel der Gummibärchenproduktionsstätte Haribo. Dort werden die Einsätze der freiwilligen Helfer koordiniert und auch mit Shuttlebussen in das Tal gebracht. Es gibt dort einige Wiesen auf denen die Helfer campieren oder auch tagsüber parken. Wir suchten uns einen Platz vor einer Zeltstadt des Deutschen Roten Kreuzes und wir waren überwältigt von dem was dort so aufgebaut wurde. Helfer des DRK aus ganz Deutschland, Kennzeichen aus München und Kiel haben wir gesehen und auch einen gedruckten Zettel in der Windschutzscheibe mit folgendem Text: Auch wir sagen Danke allen freiwilligen Helfern. Ohne Euch geht es nicht!
Am frühen Morgen, als die Nebel sich lichteten, begann das Leben in dem Gewerbegebiet wieder. Ein Helfer, der die Einteilung machte, sprach uns an und erzählte das hier an den Wochenenden täglich rund 2000 und in der Woche 750 Helfer, die teilweise sogar in ihren PKW’s schlafen, zusammenkommen und in die Einsatzgebiete gefahren werden. Auch können Betroffene Hilfsanfragen stellen, die dann von hier aus, wenn möglich, bedient werden. Es ist eine unglaublich offene und vor allem junge Gemeinschaft.

Hier vor Ort an der Basis, im Dreck halten alle zusammen!

Fast zu Hause, wir waren vor dem Elbtunnel sagte Heike zu mir: Lass uns noch nicht nach zu Hause, ich möchte erst mal nach Büsum, einfach etwas anderes sehen, runterfahren, das Erlebte beginnen zu verarbeiten.

Eine Sache hat sich tief in mein Herz gebrannt, wir schauten gerade hinter dem Haus in den Garten, der kein Garten mehr war, als unsere Freundin eine Barbiepuppe aus dem Schlamm zog.

Es gibt noch so unendlich viel zu tun und es werden noch viele, ganz viele Engel benötigt um das alles wieder einigermaßen aufzubauen!

Ich stand da und konnte es nicht begreifen

Unser Traum ist es eines Tages Perdita und ihre Mutter zu uns nach Nordstrand einzuladen. Perdita liebt die Natur, sie liebt das Meer und sie liebt die Musik. Perdita ist Musikerin und würde gerne für Euch in unserem Theresiendom einige Stücke auf dem Klavier spielen ich denke das wird uns allen gefallen und auch allen gut tun.

Die Devise der Nordfriesen lautet Rüm Haart, Klaar Kimming, Großes Herz und weiter Horizont. Nicht nur die Nordfriesen haben ein großes Herz, die einfachen Deutschen haben ein großes Herz!
Den weiten Horizont, den klaren Verstand und den Entscheidungswillen würde ich gerne den Verantwortlichen und den Politikern wünschen!

Engel können wir alle sein!

Kutterregatta in Büsum

Ausdocken der Andrea

Heike hatte schon viel von der Kutterregatta in Büsum erzählt und weil wir schon mal hier sind bleiben wir einfach. Ich lasse mich mal überraschen.
Unser Lieblingskutter, die Andrea SD23 liegt noch auf der Werft und langsam wird die Zeit knapp. Wir schauen täglich nach dem Rechten und viele Leute sind dabei die Andrea, nicht nur für die Kutterregatta, hübsch zu machen. Es wird geschliffen, gemalt geputzt und gewienert. Eines Tages ist es so weit. Früh am Morgen ist Flut und da muß die Andrea zurück in ihr Element. Es ist kein leichtes Unterfangen zumal der Motor noch nicht wieder läuft. Langsam gleitet sie in ihrem Stützkorsett auf den alten Schienen der Landbergwerft in das Wasser.

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Am Tag vor der Regatta

Ab jetzt heißt es ziehen. Das Arbeitsboot der DGzRS, die Nis Puk, gibt Vollgas, aber die Andrea will sich nicht rühren und bleibt hartnäckig an Ort und Stelle. Das dumme ist das der Wind aus Ost bläst und die Flut lange nicht das her gibt wie sie eigentlich sollte es fehlen wohl ein paar Zentimeter Wasser. Dann aber fängt sie an zu schlingern und sie gleitet endlich in das Hafenbecken. Langsam wird sie zu ihrem Liegeplatz geschleppt damit die Restarbeiten am Motor ausgeführt werden können. Ganz sutje, damit ja nichts von der Farbe ab geht! Mittlerweile sind die anderen Kutter schon in Feierstimmung. Schafft die Andrea es noch bis zum

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Bunt geschmückt

Wochenende? Am Freitag ist es dann endlich so weit, Motor Getriebe und Welle sind gefluchtet. Aber irgendwie kommt der Kapitän mit hängenden Ohren von der Probefahrt wieder zurück. Die Mechaniker verkrümeln sich wieder in den Bauch des Kutters und werkeln am Herz der Andrea herum. Der Grund war eher peinlich aber natürlich sind alle erleichtert das es kein großer Schaden ist. Jetzt schnurrt der 300 PS Scania Motor wieder so wie er soll!

Am Samstag geht es hinaus zur Begleitfahrt für die Oldtimerregatta des Museumshafen Büsum e.V. auf der „Andrea.“ Leider spielt das Wetter nicht so recht mit und wir sind vom Regen etwas durchgeweicht. Aber es hat sehr großen Spaß gemacht!

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Kurz vor dem Start

Am Sonntag ist dann der große Regattatag  und die Papierboote kämpfen um die ersten Plätze und gegen das absaufen. Dann endlich geht es hinaus zur 113. Büsumer Kutterregatta. Vielen vielen Dank noch einmal an Josef der uns die Karten überlassen hatten. 😉 Das Wetter ist ausgezeichnet und es gibt eigentlich nicht viel dazu zu sagen. Außer das ich wieder mal paddernaß geworden bin weil ich es nicht mitbekommen habe das es zur Kutterdusche unter den Wasserstrahl des Seenotrettungskreuzers Theodor Storm geht. Die Andrea hat einen hervorragenden Platz 4 auf der 8 Seemeilen (14,8 km) langen Strecke gemacht. Auf jeden Fall hat sie den ersten Platz mit Abstand für den Kutter mit der besten Stimmung verdient. 🙂
Wenn ihr mal Ende Juli in Schleswig-Holstein seid, dann schaut euch mal die Kutterregatta an. Es ist ein vielfältiges Fest mit tollem Rahmenprogramm für Jung und Alt, für Klein und Groß!

Hier kommen noch zwei Videos, viel Spaß beim anschauen (externer Link zu YouTube):

Das Ausdocken der Andrea SD 23:


Kutterregatta in Büsum2017:


Spuren im Sand – Gedanken zum glücklich sein

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Morgens, kurz nach Sonnenaufgang, die Flut geht schlafen und das Meer gibt den Strand wieder frei. Der Sand liegt schier und glatt vor uns und lädt zu einem Spaziergang ein. Wir stapfen los, teils mit schwerem Schritt, dort wo der Sand ganz lose liegt und teils ganz leicht und locker, wo der Sand ganz fest ist. Wir hinterlassen Spuren und die Schatten fallen noch weit in der tief stehenden Sonne.


Auf dem Rückweg begegnen wir immer mehr Menschen, die auch diese gewaltige Freiheit des Meeres und des Strandes erleben wollen. Auch sie hinterlassen Spuren und der schiere Strand des Morgens wirkt am Nachmittag aufgewühlt und vernarbt. Doch dann kommt die Flut und ebnet unser aller Spuren wieder ein. Sie verschlingt das was gewesen ist, um es bei der nächsten Ebbe wieder ganz schier und glatt zu präsentieren. So ist es!

Die Natur, unser Mutterplanet, nein das ganze Universum ist Großartig und wir sind großartig und einzigartig, Du und ich, alle und alles.
Gibt es irgendeinen Grund unser Leben nicht jeden Tag zu feiern?
Gibt nicht irgendeinen Grund jeden Tag mit Liebe zu beginnen?
Was haben wir davon missmutig zu sein,?
Was haben wir davon wenn wir uns ärgern?
Was haben wir davon wenn wir hassen?
Wir vergraben uns bei solchen Gedanken immer tiefer und können uns immer weniger freuen und immer weniger lachen, immer weniger lieben und frei sein.
Sind wir aus diesem Grunde auf die Welt gekommen? Sollen wir den ganzen Tag trübsinnige Gedanken haben? Das ist sicher nicht der Wille unseres Schöpfers. Wenn wir alle das „Leiden“ hinter uns lassen erschaffen wir uns alle zusammen eine viel lebenswertere Welt, einen viel lebenswerteren Planeten und können einander wieder lächelnd in die Augen schauen.

Spuren im Sand
Spuren im Sand

Geht mit offenen Augen und Ohren durch die Welt und glaubt nicht jeden Mist den ihr hört oder lest. Teilt nicht gleich jeden Beitrag in den sozialen Netzwerken ohne ihn kritisch hinterfragt zu haben, denkt bitte daran das ihr durch das Teilen der ganzen Hasspostings nur noch mehr Hass erzeugt, ohne dabei auch nur einen Funken an Konstruktivität bei zu tragen. Kommentiert nicht überschnell und vor allem bleibt mit eurer Wortwahl auf dem Teppich!
Warum über das Wetter schimpfen? Wir können es sowieso nicht ändern und eine „Flucht“ in die Sonnenregion ist und bleibt eine Flucht, denn du stehst alsbald wieder vor der Haustür und so beginnt die Spirale wieder von neuem! Drehe den Spieß einfach um und schaue mal was du Gutes daraus machen kannst! Ja zugegeben, fällt es oft nicht leicht und wir kommen auch oft an unsere Grenzen aber alles Gejammer und Gezeter ändert da nichts, wenn wir selber nicht aktiv werden und handeln, oder eine für uns, schöne Lösung finden.
Warum über den Nachbarn schimpfen wenn er eine schräge Meinung hat? Das bringt nichts! So wirst du den Nachbarn nie ändern können und seine Meinung wirst du dadurch nur festigen. Denke dir doch mal Alternativen aus und lass den Nachbarn mit offenem Mund da stehen wenn du weiter gehst. Werde doch einfach mal kreativ statt aggressiv, das ist eine wundervolle Erfahrung!
Lasst uns gleich heute damit beginnen, meckert nicht über das Wetter, meckert nicht über die Politik, meckert nicht über den Nachbarn, sondern erforscht dabei einmal euer Innerstes wenn ihr all diese destruktiven Gedanken hinter euch lasst. Ihr werdet merken das sich das Leben gleich viel lebenswerter anfühlt. Versucht es doch einmal.

Zeitraffer

Klicke auf das Bild um das Video zu starten (externer Link zu YouTube)

Zeitraffer, auch unter Time Lapse bekannt, hatte mich nie so richtig interessiert, weil ich die technischen Voraussetzungen einfach nicht hatte. Als Jürgen Reinert dann aber einen Platz in der Bretagne suchte, bei dem er Zeitrafferaufnahmen von dem Tidenhub machen will, dachte ich auch mal darüber nach. Auf die Idee es mit dem Smartphone zu machen war ich bis da nicht gekommen. Da wir in Plouharnel mit unserem Schlafzimmerfenster direkt Aussicht auf ein „Schlammloch“haben wäre das die passende Gelegenheit! Noch dazu haben wir Springtide, Grand Marée.

Auf dem Smartphone habe ich die hervorragende App openCamera installiert, die ich jedem nur empfehlen kann. Kurz gesucht und gefunden, mit openCamera kann man Zeitlupenaufnahmen machen! Zum testen habe ich mal ein Aufnahmeintervall von 5 Minuten eingegeben und das Smartphone in das Schlafzimmerfenster gestellt. Klasse, es läuft bestens! Zur Mittagszeit kommen von unserer Radtour zurück, und da ist unser Schlammloch genauso wasserlos wie Morgens. Macht nichts, es kommt ja bald, laut Tidekalender. Wir begeben uns also zum Mittagsschlaf in die Koje und wollen eine Runde ab pofen. Klick! alle paar Minuten. Es ist fast wie Folter, dieser Klick! Kein Problem denke ich, und stelle alles auf Lautlos was die Kiste so her gibt. Klick! Verdammt, wo ist dieser besch…. Schalter um den Klick! aus zu stellen….? Klick! Also Vadder Google gefragt und der sagt mir das es nicht ganz so einfach wäre und das in Asien irgendwo in irgendeinem Land ein Gesetz gibt, bei dem die Kamera Klick! machen muß, wegen Privatsphäre oder so. Es gäbe wohl aber die Möglichkeit, allerdings muß man das Smartphone rooten…. pffft, ich will nur den blöde Klick! weg haben. Zum Schluß hatte ich den Gedanken verworfen und es wird sich auch ganz gut ohne Zeitrafferaufnahme vom Tidenhub bei Supermond in Plouharnel leben können. Heute Morgen beim Frühstücken kam mir dann doch die rettende Idee das es vielleicht eine spezielle App für Zeitraffer gibt, natürlich ohne Klick! Es gibt sie, sie heißt „TimeLapse Video Recorder“ und das Resultat lässt sich schon bei der ersten Probe sehen. Jetzt ist Hänschen glücklich und zufrieden! 😉