Der Sinn des Lebens

Springflut am Mont Saint Michel
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Springflut am Mont Saint Michel

Der Mond scheint in das Fenster und erhält das Land in seinem trüben Licht.
Ich bin wach geworden, habe lange nachgedacht, gegrübelt könnte man es auch nennen.
Mir geht es gut und mit meiner lieben Heike mache ich das was wir schon immer wollten. Frei sein, ungebunden, viel Neues sehen, der Sonne folgen. Und trotzdem gibt es Tage an denen ich all das in Frage stelle, weil es doch nicht so ist wie ich mir das vor stelle. Es gibt da einiges, da drüber zu philosophieren würde mich aber auch nicht weiter bringen.

Was ist das denn nun, diese…….., ich finde da nicht einmal einen Namen für, ich nenne es mal „meine Unruhe“? Muß ich das überhaupt heraus finden? Sollte ich es, wie ich es gelernt habe, einfach transformieren? Kein Problem, aber wird mir dieser Transformationsprozess dann helfen? Wird es dann eine Lösung geben die mir das Universum schenkt? Oder ist es einfach gesagt nur das Ego das sich hier mal wieder aufbläst und den großen Macker spielen möchte?

Ich denke gerade an meine liebe Freundin Sonja. Sonja würde wahrscheinlich in einer Meditation ihre Gefühle abwägen. Prima Idee! Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht ob ich meditieren kann, denn meine Gedankenwelt ist, so wie ich es empfinde, ziemlich aktiv und es gelingt mir nicht oft etwas Ruhe in mein Oberstübchen zu bekommen. Ich probiere es also einfach mal bei Vollmond und um 5:00 Uhr Morgens bei einem Becher Kaffee. Ja, einfach so, die Augen schließen und an das denken was mich bewegt. Was bewegt mich zu einem frischen, glücklichen Gefühl, was zaubert ein Lächeln auf mein Gesicht und bei welchen Vorstellungen passiert nichts oder ich bekomme ein nicht so schönes Gefühl? Das war’s! Wie? Das War’s? Ja, das war es! Es ist eigentlich nichts passiert, keine Diskussion, keine Recherchen im Internet, kein Coachinggespräch, nichts! Dieses blöde Gefühl, mit dem ich aufgewacht bin, und das mich meine Gedanken hat Achterbahn fahren lassen, hat sich tatsächlich, wie sagt man so schön, transformiert.
Fall gelöst? Nee, sicher nicht, denn wenn nichts passiert, wird mich dieser Zustand, dieses komische Gefühl, sicher wieder überraschen, irgendwann, dann vielleicht in einer Neumondnacht?

Ich muss jetzt in die Hufe kommen, handeln, die Vorstellungen die mir ein Lächeln auf das Gesicht zaubern aufgreifen und weiter verfolgen, mit Leben erfüllen und in bunte Farben eintauchen. Es bedeutet aber auch loslassen, loslassen des bisherigen Weges…. Nein ich nenne es nicht loslassen, ich finde „vom Weg abbiegen“ einfach schöner, denn wenn ich abbiege kann ich auch wieder einbiegen wenn ich möchte. Loslassen hat etwas endgültiges und endgültiges mag ich eigentlich nicht.

Etwas ganz Entscheidendes ist mit in meinem bescheidenen Leben aber ganz klar geworden: Die Welt verändert sich rasant, rasant wie nie zuvor und wir Menschen sind diesen Veränderungen ausgeliefert, die meisten Schutzlos. Und so irren viele in dieser Zeit umher und suchen nach etwas stabilen, etwas sicheren an das sie sich klammern können. Viel treibt im Meer der Zeit aber nicht mehr herum an das wir uns klammern könnten. Also müssen wir neue Wege suchen und wir finden sie auch, um im Einklang mit dieser verflixt schnellen Zeit zurecht zu kommen. Ganz alleine einen Weg zu finden scheint immer schwieriger zu werden, aber es gibt viele liebe Menschen die auch einen neuen Weg gehen wollen, die auch helfen wollen diese neuen Wege zu beschreiten. Ich glaube das wird auch der Weg in eine friedvolle und glückliche Zukunft sein.

Ich habe jetzt keine Ahnung ob ihr meine Zeilen versteht, denn es ist pur aus mir heraus gekommen und so will ich es auch einfach lassen. Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen.

Aufräumen, Ausmisten, weg damit!

Warum fällt uns das Aufräumen eigentlich so schwer? Ich meine hier nicht das Wegräumen, sondern das Ausmisten. Die Trennung von Dingen! Zu erst einmal muss man im Kopf ausmisten. An den ganzen Dingen die wir so um uns herum anhäufen hängen Erinnerungen, Erinnerungen an die Jugend, an schöne Zeiten, aber auch Erinnerungen an: „Was hat das mal gekostet“. Wenn wir uns einmal fragen was wirklich wichtig für uns ist, und ganz ganz ehrlich in uns hinein schauen, dann sind das die Dinge die wir jetzt gebrauchen. Jetzt, das ist hierbei das Schlüsselwort. Unser Leben spielt sich im Hier und Jetzt ab! Nicht in der Vergangenheit und auch nicht in der Zukunft. Wenn wir uns dem Bewusst sein können, dann ergibt sich eine ganz andere Sichtweise auf das Leben.  Wir verstehen plötzlich, das wir nur richtig glücklich sein können, wenn wir im Hier und Jetzt leben, denn das Vergangene ist geschehen und die Zukunft liegt noch vor uns. Nur unsere Gedanken kreisen beständig um das Jetzt herum, sie ignorieren es, sie bewegen sich in den beiden Zeiten, Gestern und Morgen. Wenn wir im Hier und Jetzt sind, können wir viel leichter los lassen, und das brauchen wir für das Ausmisten. Ich höre jetzt schon wieder die Stimmen: „Ja aber………!“ Nix da, „Ja aber….. “ ist total destruktiv, es hemmt und wir werden in der persönlichen Entwicklung gebremst. Sagt mal: „Ja aber vielleicht brauche ich das Ding Morgen!“ Wie fühlt sich das an? Genau, es zieht einen runter und kann einen zum Stillstand bringen.
Ich habe ein wunderschönes Buch von Eckart Tolle gelesen: „Jetzt“ Wer Lust hat sein Leben etwas aufzuräumen, dem sei es wärmstens empfohlen.

Jetzt aber zum Aufräumen, oder besser ausmisten im praktischen Sinne, und wie es bei uns jetzt schon Jahr für Jahr weiter geht.
Etwa eine Tonne Schrott haben wir entsorgt, alles angesammelte Aluplatten, Stahlwinkel und weiß der Himmel was. Mein komplettes Fotolabor habe ich verschenkt und das Videoschnittpult für den Amiga (Computer) ist komplett zur Entsorgung gegangen. Ja, es hat alles viel gekostet, aber ich werde nie wieder einen Film oder Fotos entwickeln und Videoschnitt geht heutzutage ganz einfach am PC.
MinoltaDynax7_001Ganz schwer ist mir aber der Abschied von meinem Objektiv gefallen. Es war ein Soligor 70-210 mm Brennweite APO vergütet und hatte eine Lichtstärke von 2,8. Seit vielen Jahren war mir schon aufgefallen, das die Bilder immer schwammiger wurden, je nach Lichteinfall, mehr oder weniger. Vor zwei Jahren hatte ich mich endlich mal aufgerafft und habe es zu Soligor gegeben. Leider bekam ich das gute Stück mit der Begündung zurück das sie keine Ersatzteile mehr hätten. Na gut, das Teil war über 20 Jahre alt, aber für die 1800 DM hätte ich mir doch etwas mehr Langlebigkeit gewünscht. Weggeschmissen hatte ich es noch nicht, es hat ja viel gekostet, damals! Gestern habe ich es aus der Ecke hervorgeholt und den Entschluß gefasst „entweder oder“. So habe es also auseinandergbaut und bin auch bis zur schwammigen Linse vorgedrungen. Alle harmlosen Mittel wie Alkohol, Benzin, Spiritus haben nichts gebracht. Azeton hat der Linse dann den Rest gegeben, denn es hatte die Beschichtung angelöst. Das war dann der eindeutige Exodus des guten Teils. Ab in die Mülltonne! Verdammt, ich vermisse es, sind mir doch solche tollen Fotos gelungen:

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Alan Stivell 2007 auf dem Festival de la Danse et Musique Bretonne in Guingamp, Bretagne