Salzwasserwege

Bovbjerg, die ganz andere Küstenlandschaft Jütlands

Dänemark – Jütland — Bovbjerg

Ab Nymindegab begleiten einem Jütlands Fjorde. Nymindegab liegt am südlichen Ende des  Ringkøbing Fjords, es folgt, etwas versteckt und fast schon vergessen der Stadil Fjord und weiter nördlich erwartet uns der Nissum Fjord. Die beiden goßen Fjorde, der Ringkøbing Fjord und der Nissum Fjord sind von der Nordsee nur durch sehr schmale Landzungen von der Nordsee abgetrennt und werden in Hvide Sande und Thorsminde durch Stauwehre mit Schleusen von der Nordsee getrennt.

Fährt man auf der Landzunge von Thorsminde Richtung Norden sieht man schon von weitem die Steilküste von Bovbjerg die die endlose Dünenlandschaft vorerst beendet und in eine wunderschöne Hügellandschaft übergeht.

Fast schon erinnert es an die Holsteinische Schweiz in Schleswig-Holstein und ja, beide Landschaften wurden durch die letzte Eiszeit geformt. Wenn man auf dem Rad und Wanderweg , dem Vestkyststien, von Trans Kirke Richtung Bovbjerg Kirke wandert, stößt man auf eine Tafel die einen darauf hinweist das man genau hier vor den letzten Eiszeitgletschern steht. Wie es damals wohl ausgesehen hat vor diesem mächtigen Gletscher? Jetzt kann man der Phantasie freien Lauf lassen aber nur für kurze Zeit, denn die Gedanken an so viel Eis und Kälte lassen einem doch schon einen Schauer über den Rücken laufen.

Genießen wir also die atemberaubende Aussicht auf die wilde Nordsee und die Reihe der mächtigen Offshore Windräder, den Wellen die sich an den Høfdes (Buhnen) brechen, den Blick zurück auf die Landzunge des Nissum Fjordes und zum Landesinneren auf die Felder und Wiesen die sich über die sanfte Hügellandschaft erstrecken.

Ab der großen Sturmflut 1825, die bei uns Die Große Halligflut genannt wird, begann man mit weitreichenden Küstenschutzmaßnahmen um der Küstenerosion einigermaßen Einhalt zu bieten und so sind die großen Buhnen (Høfde) entstanden. Hiervon zeugt auch der Damm sowie die Landschaftseinschnitte direkt an der Küste, es war eine Lorenbahn um die Materialien zu transportieren. Bei diesem Bau handelt es also nicht um eine Hinterlassenschaft des Massenmörders A. H., der sich hier natürlich auch versucht hat zu verewigen. Das bekannteste Bauwerk ist hier die unweit des Leuchtturmes Bovbjerg Fyr gelegene Radarstation „Ringelnatter“, von der nur noch das Fundament übrig geblieben ist. Irgendwann wird auch sie die Küste herabstürzen und das Meer wird sie verschlingen.

Geprägt ist diese Ecke natürlich vom Tourismus und von der Landwirtschaft aber irgendwie ist es hier auch aus den Fugen geraten wie auch an vielen anderen Orten. Wenn man durch Ferring spaziert, so scheint der Ort fast nur aus Ferienwohnungen oder Ferienhäusern zu bestehen. Es gibt ein Glas-Kunst Café , es ist aber geschlossen und im Fenster hängt ein Schild: Til Salg, zu Verkaufen, dann gibt es noch einen Wollladen, von dem man nicht weiß das er da ist, so unscheinbar ist er, weiter ein Museum irgendeines Künstlers zu guter Letzt stehen wir hier auf dem Campingplatz Bovbjerg, der relativ gut besucht ist. Das halbe Dorf scheint zum Verkauf zu stehen, denn an so etwa jedem vierten Haus ist ein Schild Til Salg.

Es macht einen traurigen Eindruck, der Ort hat kein eigenes Leben mehr, kein Herz scheint hier mehr zu schlagen, nur noch Unterkünfte für Touristen. Immerhin gibt es ein paar Kilometer weiter in Fjaltring einen kleinen aber feinen Höker, der sogar einen Shop für Käse im Intenet betreibt. Aber wie schon oben geschrieben ist es ja kein Einzelfall, die jungen Menschen zieht es dahin wo die Arbeit ist und zurück bleibt ein an sich sehr schöner Ort aber leider ohne eigenes Leben.

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