Sommersturm

Heute hatten wir an der Nordsee stürmische Böen.
Auf der Halbinsel Nordstrand bei dem Hafen Strucklahnungshörn jagte ein Schauer den nächsten, unterbrochen von herrlich klarem Sonnenschein. So schön kann ein Sommersturm sein!

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Aus Ja-Woll.de wird Salzwasserwege.de

Es ist ein Schritt, der schon länger in unseren Köpfen herum geisterte.
Irgendwie passte Ja-Woll.de, der Domainname den wir seit weit über 20 Jahren hatten, nicht mehr. Nur wie sollte unsere neue Internetadresse lauten? Irgendwie soll sie unsere Liebe zum Meer wieder spiegeln meine Seite zur Ostsee und Heike zur Nordsee und unsere gemeinsame Liebe dem Atlantik Frankreichs.

Nach vielen Vorschlägen und Ideen sagte Heike: Salzwasserwege und in dem Moment war es klar, keine Diskussion, kein rum Reden, keine Bedenken. Es drückt einfach unsere Liebe zum Meer aus, es ist unser Lebensweg, Heike von Büsum, ich von Großenbrode, im Urlaub am Atlantik und jetzt im Alter an der Nordsee auf der Insel an Land, Nordstrand.

Wie durch ein Wunder war die Domain auch noch frei und so haben wir sie uns sofort unter den Nagel gerissen.

Seit ein paar Tagen sind wir jetzt unter Salzwasserwege.de im Netz zu erreichen und die alte Domain läuft so langsam aus.

Letztendlich ist es wieder ein neuer Weg nachdem wir unser Wohnmobilleben an den Nagel gehängt haben und uns jetzt unserer Heimat und hoffentlich bald auch wieder der Bretagne voll und ganz zuwenden können.

Neue Wege erfordern Mut, Arbeit aber sie entstauben auch das Oberstübchen, neue Wege bringen neue Ideen, kreative Gedanken und neue erweiterte Sichtweisen.

Das Leben an der Nordsee, ein paar Gedanken zum Klima, der Zukunft und ein Appell an die jungen Menschen denen die Zukunft gehört

Pegeldaten Husum Grabstein Andreas Busch
Die Pegeldaten Husum auf dem Grabstein von Andreas Busch

Es ist wirklich toll, wir leben dort wo andere Urlaub machen. Aus der Sicht des Urlaubers mag es so sein aber die Realität sieht doch ein klein wenig anders aus aber darum soll es hier heute nicht gehen.

Wer auf einer Insel lebt und die auch noch eine sehr bewegte Vergangenheit hat, der schaut sich seine Umwelt ganz anders an. Hier ist man sozusagen mitten im Geschenen. Wenn ich dann so an die Holzpfähle mit den Flutmarkierungen schaue dann wird mir schon klar wie klein der Mensch im Verhältnis zur Natur ist.
Im Grunde genommen ist es aus Sicht der Erdenzeit vollkommen egal wie wir unsere eigene Lebensgrundlage zerstören, denn der blaue Planet wird auch den Menschen überdauern und das Spiel kann wieder von vorne beginnen.
Bei jedem von uns geht es aber um das Jetzt und vor allem um unsere direkte Zukunft. Zukunft, das sieht ja für jeden von uns anders aus. Wenn ich zum Beispiel noch 20 Jahre hier verweilen darf freue ich mich sehr. Ein Zwanzigjähriger hat dann aber noch ganze 60 Jahre vor sich. Die Entscheidungen die heute von der Gesellschaft getroffen werden berühren die jungen Menschen also viel mehr als mich alten Rentner. Meiner Meinung nach müssten die jungen Menschen eine viel größere Mitbestimmung haben als in der bisherigen Form, denn es ist ihre Zukunft!

Es gab mal einen Heimatforscher den jeder Nordstrander kennt, Andreas Busch. Andreas Busch hat das untergegangene Rungholt im Watt vor Nordstrand entdeckt und nicht nur das, er hat sich natürlich auch Gedanken über den steigenden Meeresspiegel gemacht, ja der steigende Meeresspiegel ist nicht ein neues Problem, Busch ist bereits 1972 gestorben. Ich will jetzt nicht weiter darauf eingehen, fakt ist aber das der Meeresspiegel wirklich schon lange am steigen ist und mehr und mehr zum Problem für uns wird. Auf dem Grabstein des Andreas Busch wird in fünfjährigem Rhythmus der Meeresspiegel eingemeißelt. Allein bei dem Anblick komme ich schon ganz schön ins grübeln!
Jetzt stellt sich natürlich die Frage nach der Ursache des Anstieges und ist wirklich der CO2 Ausstoß daran mitschuldig? Ich hatte als Schüler mal unseren Lehrer gefragt, es war die Zeit der Ölkrise, das sich die Atmosphäre doch wieder wie zur Zeit vor etwa 300 Millionen entwickeln würde wenn wir die eingelagerten Kohle, Öl und Gasvorräte so lustig weiter verbrennen würden. Eine konkrete Antwort konnte er mir nicht geben. Eigentlich müsste es ja so kommen denke ich, denn auf der Erde geht ja nichts verloren, nur die Zustände und Zusammensetzungen verändern sich. Werden hier also wieder riesige Farne wachsen, so groß wie Bäume, wird die Luft eine für Säugetiere lebensfeindlich Zusammensetzung bekommen? Logisch wäre das ja oder?

Der Lorendamm zur Hallig Nordstrandischmoor, ein friedlicher Anblick

Jetzt gibt es ja seit einiger Zeit ein paar junge Menschen die sich um ihre Zukunft wirklich richtig Sorgen machen, ja ich meine die jungen Menschen die Freitags nicht zur Schule gehen, sondern sich Gehör verschaffen wollen in einer Gesellschaft die auf die Jugend viel zu wenig ausgerichtet ist und sie in ganz vielen Aspekten im Stich lässt.
Jetzt gibt es eine Greta die an unseren Fundamenten rüttelt, die alles in Frage stellt was unser Wirtschaftsdenken und unseren Lebensstandard an geht. Eigentlich ja toll oder? Endlich ergreifen mal die jungen Menschen die Initiative und werden aktiv aber gleichzeitig werden sie nach Strich und Faden nieder gemacht und in die Ecke der Faulpelze, Schulschwänzer und Taugenichtse gestellt. Was sich hier viele Erwachsene erlauben ist schlicht und einfach eine Frechheit, diese Menschen verleugnen ihre eigenen Nachkommen, ihre eigenen Kinder, statt sie zu unterstützen und zu fördern. Aber da zeigt sich mal wieder trefflich der menschliche Egoismus und die fundamentale Angst vor Veränderungen, vor Veränderungen die vielleicht weh tun können aber nicht müssen wenn rechtzeitig gehandelt werden würde.

Der Schobüller Wald bei Husum nach dem Orkan Christian 2013

Ich höre jetzt schon wieder die Stimmen: „Das bringt doch nichts“, „Wir können doch nichts ausrichten“, und zu guter Letzt: Die Anderen sind Schuld!
Wenn keiner anfängt wird sich niemals etwas ändern! Wenn keiner anfängt werden wir vielleicht wirklich ersaufen! Wenn unsere Kinder anfangen, dann ist es verdammt noch mal ihr gutes Recht!

Rungholt

Wer kennt nicht die Sage um das untergegangene Rungholt?
Es gibt weltweit viele Sagen um untergegangene Städte, Länder oder auch Kontinente wie Avalon die Apfelinsel auch Nebelinsel oder die Anderswelt, die Stadt Ys des Königs Gradlon die irgendwo in der Bay de Douarnenez in der Bretagne liegen soll oder auch einfach die Sintflut die fast alles Leben ausgelöscht haben soll. In den Sagen ist meist von Verrat, von Völlerei und von Gotteslästerung die Rede, sprich einfach nur vom Übermut der Menschen gegenüber unserer Mutter Erde, unserer Heimat.
Ebenso soll es mit Rungholt geschehen sein und in Detlef von Liliencrons Gedicht „Trutz Blanke Hans“ wird von dem Übermut der Menschen gegenüber der Natur berichtet Indem er schreibt: „Wir trutzen dir, blanker Hans, Nordseeteich!“

Über Rungholt ist sehr wenig überliefert worden und erst Andreas Busch fand in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrunderts die ersten Beweise für die Existenz und der Lage von Rungholt. Heute wird daran nicht mehr gezweifelt.
Ich will hier nicht weiter darauf eingehen denn ich möchte nur meine Eindrücke, Gefühle und meine Bilder zeigen.

Wie kommt man denn eigentlich nach Rungholt hin?
Wichtig zu wissen ist das es nur mit einer geführten und offiziellen Rungholt Wattwanderung möglich ist, denn die Reste befinden sich in der Schutzzone 1 des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und das gestattet nur ein Betreten auf bestimmten Routen und mit ausgewiesenen Wattführern. Außerdem wäre es alleine viel zu gefährlich. Nähere Informationen und Termine findet ihr auf der Seite der Gemeinde Nordstrand oder auf der Seite Nordstrand

Die Wanderung dauert 5 Stunden und man wird bei der Rückkehr etwa 14 km auf der „Uhr“ haben. Auf alle Fälle muß man etwas für die Füße dabei haben denn der Weg geht über ausgedehnte Muschelfelder die die aufgeweichten Füße sehr gerne aufschlitzen und das ist da draußen überhaupt nicht lustig.

In Küstennähe ist das Watt zum laufen richtig ideal, fest und nicht glibberig, also ideal um die geschundenen Füße zu massieren. Etwas weiter draußen wechselt sich die Beschaffenheit des Meeresbodens immer wieder ab, man sinkt stellenweise ordentlich ein oder es ist rutschig wie auf einer Eisbahn. Besonders heikel wird es bei den überquerungen der Priele. Hier geht die Wattführerin vor und sucht die beste Stelle zur Querung und die Gruppenmitglieder helfen sich gegenseitig weil man hier wirklich schon recht tief im Schlamm einsinkt.

In der Höhe der Hallig Südfall ist es dann so weit das man die ersten Artefakte aus der Rungholtzeit finden kann.
Klosterformatsteine liegen recht viele im Watt verstreut, Keramikscherben wird man finden und Knochen. Im Boden kann man sehr gut die Entwässerungsgräben erkennen, die sich schnurgerade und parallel durch den Boden ziehen. Diese Gräben wurden damals mit Torf verfüllt und dienten so der Drainage. Diese Gräben würden auch in heutiger Zeit noch funktionieren. Zur Zeit ist auch ein Brunnen aus Soden frei gelegt und sehr schön zu erkennen. Dieser Brunnen war auf einer Warft und auch die Warftränder kann man heute noch sehr gut erkennen.
Das kann sich sehr schnell wieder ändern denn der Wattboden ändert ständig seine Oberfläche und somit sein Aussehen. Es kann also sein das man von dem Brunnen nächstes Jahr nichts mehr sieht und statt dessen findet man vielleicht die Überreste einer der beiden Schleusen (oder besser gesagt Sieltore).

Sehr Bewegend ist das Gebet und die Schweigeminute der Gruppe da draußen im Watt. Dort gedenken wir der Menschen und Tiere die damals ums Leben kamen.

Ich danke an dieser Stelle den Nationalpark Wattführern Cornelia und Jürgen Kost für diese einmalige Veranstaltung.

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